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TradingBrothers Blog

11.10.2026 - Rettet China den Ölpreis?

Ölfässer vor einer chinesischen Flagge, im Hintergrund Ölpumpen. Schriftzug: „Rettet China den Ölpreis oder droht ein teurer Winter?“

Der globale Ölmarkt befindet sich im Herbst 2026 in einer beispiellosen Zerreißprobe: Zwischen eskalierenden Kriegen im Nahen Osten und in Osteuropa, leergefegten strategischen Vorräten und dem politischen Druck des US-Wahlkampfs stehen die Verbraucher vor einem volatilen Winter. Dass der Rohölpreis nach Ausbruch des Iran-Konflikts nicht unmittelbar auf Rekordhöhen von 150 oder 200 US-Dollar schoss, sondern sich zunächst bei etwa 105 US-Dollar pro Barrel Brent einpendelte, täuscht über die tatsächliche Verwundbarkeit der globalen Versorgungsketten hinweg.

Warum die Preisexplosion auf sich warten ließ

Die anfängliche Dämpfung der Preisausschläge beruhte auf einem Zusammenspiel aus temporären Puffern und strategischer Zurückhaltung. Wie eine Analyse aufzeigt, traten im Frühjahr vier Bremsfaktoren auf:

  • Ein vorausgegangener weltweiter Angebotsüberschuss durch Rekordförderungen beim Fracking in den USA und Südamerika.
  • Kurzfristige Exportsteigerungen von Produzenten außerhalb des Golfs sowie vorübergehende Sanktionserleichterungen.
  • Ein spürbarer Nachfragerückgang in asiatischen Schwellenländern und staatliche Notfall-Sparprogramme in über 70 Staaten.
  • Der massive Zugriff auf die strategischen Reserven der IEA-Mitgliedsstaaten und Chinas.

Besonders Chinas Rolle erwies sich als marktbestimmend. Eine Untersuchung verdeutlicht, dass Pekings Importe im zweiten Quartal um knapp ein Drittel einbrachen – der tiefste Stand seit 2016. Indem China massiv auf seine im Vorjahr aufgebauten 1,4-Milliarden-Barrel-Lager zurückgriff und die Inlandsnachfrage bremste, wirkte dies wie ein unbeschlossener „Rabatt“ von 20 bis 30 US-Dollar je Barrel auf den Weltmarktpreis.



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Brent-Rohöl seit Oktober 2025 im Tageschart (Quelle: TradingView)

Drohnen, Raffinerieausfälle und schrumpfende Sicherheitsreserven

Dieser Puffer ist inzwischen weitgehend aufgebraucht. Die geopolitischen Brandherde haben sich im Spätsommer verschärft. In einer Lageanalyse warnt die Energieexpertin Amy Myers Jaffe vor den kumulativen Zerstörungen an kritischer Infrastruktur. Gezielte ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien führten nicht nur zu kilometerlangen Schlangen an russischen Zapfsäulen, sondern zwangen Moskau zu einem strikten Dieselausfuhrverbot. Zugleich breiteten sich asymmetrische Angriffe auf maritime Nadelöhre und Terminals rund um das Rote Meer und die ägyptische Mittelmeerküste aus, was den Umschlag über die Suez-Route und die SUMED-Pipeline bedroht.

Vor diesem Hintergrund traf ein neuer Schock die europäischen Märkte, als Saudi-Arabien einen Lieferstopp nach Europa ankündigte: Saudi Aramco setzt seine Lieferungen nach Europa aus. Da die strategischen Reserven auf ein Acht-Jahres-Tief gefallen sind, treffen Lieferausfälle nun unmittelbar auf ungeschützte europäische Raffinerien.

Der Streit um die Dieselvorräte wird zum politischen Verteilungskampf

Der Versorgungsengpass verlagert sich zunehmend vom Rohöl auf raffinierte Produkte – allen voran Diesel. Im Vorfeld der US-Wahlen versucht die US-Administration unter Donald Trump, die heimischen Kraftstoffpreise um jeden Preis zu drücken. Washington erhöht massiv den Druck auf Berlin und Paris, die verbliebenen europäischen Dieselreserven freizugeben, um die Preise zu senken – untermauert mit der Drohung eines US-Exportstopps.

Doch selbst bei einer politischen Einigung lässt sich ein Preisanstieg kurzfristig kaum verhindern. Zwischen dem bürokratischen Beschluss zur Freigabe staatlicher Reserven und der tatsächlichen Entlastung an den Tankstellen vergehen Wochen. Logistische Hürden, Pipeline-Taktungen und Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass Interventionen frühestens im November greifen können.



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Ölpipeline vor einer Raffinerieanlage (KI-generiert mit Magnific)

Struktureller Wandel hin zu erneuerbaren Energien schwächt OPECs Hebel

Trotz der akuten Versorgungsengpässe vollzieht sich im Hintergrund eine dauerhafte Machtverschiebung. Imran Khalid argumentiert, dass die traditionelle Preissetzungsmacht des Ölkartells OPEC an ihr strukturelles Limit stößt. OPECs Hebelwirkung beruhte historisch auf der Unelastizität der Nachfrage. Indem China und andere asiatische Volkswirtschaften den massiven Ausbau von Solar- und Windenergie, die Elektrifizierung des Schienenverkehrs und den rasanten Umstieg auf Elektromobilität vorantreiben, verringern sie ihre langfristige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen systematisch.

Die kommenden Monate dürften damit zu einer Zerreißprobe zweier gegenläufiger Dynamiken werden: Kurzfristig steht Europa vor einem teuren Winter mit ausgedünnten Beständen und geopolitischer Erpressbarkeit; langfristig verliert das Barrel Rohöl durch den strukturellen Wandel in den großen Abnehmerländern seine geopolitische Vormachtstellung.

 

Die Spitze unserer eigenen Pyramide füllen wir gerade neu. Teilnehmerschluss für die neue Saison des OSD-Projekts ist Montag, der 12. Oktober 2026, um 23:59 Uhr. Wie wir dabei vorgehen, zeigen wir Dir im kostenfreien Online-Event „Wir spekulieren wieder“ vom 8. Oktober 2026 um 18:00 Uhr.

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Quellen:

06.10.2026 - Vier KI-Namen, eine Aktie: Wo Anleger im KI-Zeitalter investieren können

Falk Elsner und Arne von TradingBrothers besprechen das Informationszeitalter

Am 30. November 2022 stellt OpenAI ChatGPT ins Netz. Nach rund zwei Monaten nutzen es bereits etwa 100 Millionen Menschen. Heute gehören ChatGPT, Claude, Gemini und DeepSeek für viele zum Arbeitsalltag. Wer als Anleger daran teilhaben will, stößt allerdings schnell auf eine Hürde: Von diesen vier Namen ist nur einer über die Börse zu haben.

Mit dem dritten und letzten Teil unserer YouTube-Serie zum Informationszeitalter sind wir in der Gegenwart angekommen. Wir schauen uns an, wer in der KI-Welle tatsächlich investierbar ist, wo das Geld bisher verdient wird und warum die Gewinner von morgen oft schon in der Welle davor auf dem Feld standen.

Drei Wellen in drei Folgen

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Die Serie folgt einer Grafik von Goldman Sachs: Über 200 Jahre hat jeweils eine Branche den US-Aktienmarkt angeführt, erst Banken und Immobilien, dann die Eisenbahn, dann Öl, Stahl und Rohstoffe, zuletzt die Information.

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In Teil 1 ging es um die erste digitale Welle mit Chip, Computer und Telefon. Damals entschied sich, wer bleibt: Intel und Microsoft stehen bis heute für diese Zeit, Commodore war Marktführer bei Heimcomputern und ging trotzdem pleite.

 

Teil 2 erzählt das Internetzeitalter mit der zweiten Welle, vom ersten Browser über die Dotcom-Blase bis zum Aufstieg der großen Plattformkonzerne. Die Einzelheiten dazu haben wir vor zwei Tagen hier im Blog zusammengefasst.

Teil 3 setzt dort an, wo Teil 2 aufhört: beim Start der dritten Welle und das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und ihren Agents.

 

Vier neue Namen und bisher nur wenige Aktien

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ChatGPT stammt von OpenAI, Claude von Anthropic, Gemini von Google und damit vom Mutterkonzern Alphabet, DeepSeek aus einem Labor in China. Börsennotiert ist davon allein Alphabet. Microsoft hat den Copilot. OpenAI und Anthropic sind bis heute in privater Hand, ihre Börsengänge werden laut Presseberichten vorbereitet. Was ein solcher Börsengang für Anleger bedeutet, haben wir uns im August am Beispiel Anthropic angesehen.

Einen Umweg gibt es trotzdem. Microsoft ist an OpenAI beteiligt und hat diese Partnerschaft im Januar 2023 um Milliarden ausgebaut. Wer Microsoft-Aktien hält, ist damit mittelbar an der Entwicklung von ChatGPT beteiligt. Für Anleger heißt das: Die bekanntesten Namen einer Welle sind selten die, die man direkt kaufen kann.

Wenn KI auf dem Schreibtisch landet

Der Moment, in dem aus Forschung ein Geschäftsmodell wird, lässt sich gut an Microsoft beobachten. Der Konzern baut die Sprachmodelle unter dem Namen Copilot direkt in Word, Excel, Outlook und Teams ein. Damit landet KI dort, wo Millionen Menschen ohnehin jeden Tag arbeiten. Das erinnert an die Tabellenkalkulation, die vor Jahrzehnten die Büroarbeit umgekrempelt hat und seitdem auf jedem Rechner steht.

Im Video stellt Falk dazu eine Frage, die wir auch Dir mitgeben: Ist KI für Dich eher Spielzeug oder schon Werkzeug? Wir selbst sind tief in die Nutzung eingestiegen und sehen jeden Tag, wie viel Arbeit sie abnimmt. Aus Anlegersicht entscheidet genau dieser Übergang über die Bewertung. Ein Werkzeug, für das Unternehmen Monat für Monat bezahlen, bringt Umsätze, die sich planen lassen.

Die großen Gewinner fallen selten vom Himmel

Nvidia und ASML waren schon in der zweiten Welle dabei, als kaum jemand von künstlicher Intelligenz sprach. Nvidia baute Grafikchips für Computerspiele, ASML Belichtungsmaschinen für die Chipfertigung. Mit dem Rechenhunger der KI-Modelle wurden beide zu Schlüsselunternehmen. Im Juni 2024 war Nvidia erstmals das wertvollste Unternehmen der Welt, Ende Oktober 2025 überschritt der Börsenwert als erster die Marke von fünf Billionen Dollar.

Daraus folgt eine Lehre, die sich durch alle drei Teile der Serie zieht. Die Gewinner einer neuen Welle sind oft Unternehmen, die längst solide verdienen und deren Produkte plötzlich dringender gebraucht werden als je zuvor.

Der Tag, an dem DeepSeek die Branche erschreckte

Wie empfindlich der Markt trotzdem reagiert, zeigte der Januar 2025. Am 20. Januar stellte DeepSeek aus China sein Modell R1 vor und setzte damit die Preise der ganzen Branche unter Druck. Eine Woche später, am 27. Januar, verlor Nvidia an einem einzigen Tag rund 17 Prozent und damit 589 Milliarden Dollar Börsenwert, so viel wie kein Unternehmen zuvor. Spätestens da war klar, dass die USA und China um dieselbe Technologie ringen.

Auch Alphabet kennt solche Tage. Bei der Vorstellung des Vorgängers Bard im Februar 2023 gab der Chatbot eine falsche Antwort, die Aktie fiel an einem Tag um sieben bis acht Prozent. Mit Gemini 3 kam der Konzern im November 2025 zurück, die Aktie markierte danach mehrfach Rekordhochs. Dotcom-Blase, Finanzkrise und Corona-Crash haben die Märkte erschüttert, die Technologien dahinter haben sich jedes Mal durchgesetzt.

Wo das Geld verdient wird: die drei Etagen der KI

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Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta investieren 2026 zusammen über eine halbe Billion Dollar, vor allem in Rechenzentren. Dieses Geld fließt in drei Etagen, die wir im Video als Übersicht zeigen:

  • Ganz unten Energie und Infrastruktur. Jeder Chip braucht Strom, Kühlung und ein Gebäude. Hier stehen Stromerzeuger, Netzausrüster und Spezialisten für Rechenzentrumstechnik wie Constellation Energy, GE Vernova oder Vertiv.
  • Darüber Chips und Fertigung: Rechenchips, Speicher und die Maschinen, mit denen sie gebaut werden, etwa von Nvidia, AMD, Broadcom oder ASML.
  • Oben Software und Modelle: Cloud-Dienste, Sprachmodelle und die Anwendungen darauf, von Microsoft und Amazon bis Oracle und SAP.

Daneben stehen die Namen, die schon kräftig mitspielen und noch auf ihren Börsengang warten: OpenAI, Anthropic, xAI und DeepSeek. Der greifbare Teil der Welle liegt für Anleger damit heute in diesen drei Etagen.

Was das für Deine Geldanlage bedeutet

Der häufigste Fehler in solchen Phasen: Anleger jagen dem bekanntesten Namen hinterher, steigen nach der großen Schlagzeile ein und setzen zu viel auf eine einzelne Geschichte. Genau dafür arbeiten wir mit unserer Vermögenspyramide. Microsoft liegt bei uns seit vielen Jahren im Fundament, als Qualitätsaktie mit langem Atem. Spekulative Ideen rund um die KI-Welle gehören in die Spitze, den Kick, mit klar begrenztem Anteil.

Rückenwind kommt dabei auch vom Kalender. 2026 ist in den USA ein Zwischenwahljahr, und unsere Auswertung dieser Jahre zeigt für einen Einstieg Anfang Oktober ein klares Bild zugunsten der Käufer. Statistik beschreibt die Vergangenheit, sie bleibt ein Wahrscheinlichkeitsvorteil.

Die Spitze unserer eigenen Pyramide füllen wir gerade neu. Teilnehmerschluss für die neue Saison des OSD-Projekts ist Montag, der 12. Oktober 2026, um 23:59 Uhr. Wie wir dabei vorgehen, zeigen wir Dir im kostenfreien Online-Event „Wir spekulieren wieder“ am 8. Oktober 2026 um 18:00 Uhr.

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Quellen

  • Goldman Sachs, The Concentration Conundrum, 11.03.2024 (Grafik zur Sektorführung am US-Aktienmarkt)
  • Reuters mit Verweis auf eine UBS-Studie, Nutzerzahlen von ChatGPT, Februar 2023
  • Microsoft, Mitteilung zum Ausbau der Partnerschaft mit OpenAI, 23.01.2023
  • CNBC, Kursrutsch von Nvidia nach DeepSeek R1, 27.01.2025
  • CNBC, Nvidia erreicht fünf Billionen Dollar Börsenwert, 29.10.2025
  • CNBC und Euronews, Bard-Vorstellung und Kursreaktion Alphabet, Februar 2023
  • Bloomberg via Financial Post, Investitionspläne von Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta, 06.05.2026
  • TradingBrothers, Auswertung der Zwischenwahljahre mit Daten von Seasonax

04.10.2026 - Euphorie, Absturz, Neuordnung: Wiederholt sich das Muster beim KI-Boom?

Falk Elsner von TradingBrothers zeigt auf eine platzende Blase mit dem Titel „Platzt die KI-Blase? Lehren aus der Dotcom-Ära“

Am 9. August 1995 geht ein junges Unternehmen aus dem Silicon Valley an die Börse. Es schreibt keine Gewinne, verschenkt sein Produkt an Privatleute und trotzdem verdoppelt sich die Aktie am ersten Handelstag. Der Name: Netscape. Sein Browser öffnet Millionen Menschen zum ersten Mal das Tor ins Internet. Und die Wall Street lernt an diesem Tag eine Lektion, die bis heute nachwirkt: Wachstum kann an der Börse mehr zählen als Gewinn.

Wer heute auf die großen Börsengänge rund um künstliche Intelligenz blickt, erkennt in dieser Geschichte erstaunlich viele Muster wieder. Genau deshalb lohnt sich der Blick zurück.

In dieser dreiteiligen YouTube-Serie zum Informationszeitalter haben wir uns die erste digitale Welle angesehen: Chips, Computer, Telefonie, mit Gewinnern wie Microsoft und Verlierern wie Commodore. In diesem zweiten Teil geht es um den Abschnitt von 1994 bis etwa 2020, das Internetzeitalter. Eine Phase, die wir beide als Investoren und Trader fast täglich live miterlebt haben.

Netscape: Die richtige Idee, das falsche Ende

Im Dezember 1994 erscheint der Netscape Navigator, für Privatnutzer kostenlos. Plötzlich kann jeder surfen. In der Spitze erreicht der Browser nach Schätzungen einen Marktanteil von 80 bis 90 Prozent. Ein knappes Dreivierteljahr später folgt der Börsengang mit enormen Kursschwankungen.

Dann greift Microsoft an. Der Internet Explorer wird kostenlos mit Windows ausgeliefert und landet damit automatisch auf nahezu jedem PC. Netscape verliert Quartal für Quartal an Boden. 1998 kündigt AOL die Übernahme an, 2003 wird die Entwicklung des Browsers eingestellt. Das Kartellverfahren gegen Microsoft startet zwar ebenfalls 1998, doch als die Auflagen 2001 und 2002 kommen, ist der Browsermarkt längst verteilt.

Halten wir fest: Netscape lag inhaltlich goldrichtig. Das Internet hat sich durchgesetzt und wächst bis heute. Das Unternehmen, das diesen Boom mit angestoßen hat, existiert aber nicht mehr. Für Anleger steckt darin eine klare Warnung: Ein früher Marktanteil ist keine Garantie für die Jahre danach - jeder Erfolg weckt Begehrlichkeiten und Konkurrenz. Das gilt für die Internetpioniere von damals genauso wie für manchen KI-Börsengang von heute, zumal Microsoft auch im aktuellen Rennen um Rechenzentren und KI-Modelle wieder mit harten Bandagen mitspielt.

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Mit dem Browser von Netscape wurde das Internet Mitte der 90er für jeden zugänglich. (KI-generiert: Magnific)

Die Dotcom-Blase: Euphorie, Absturz, Neuordnung

Die Begeisterung für alles mit „.com“ im Namen trägt den Nasdaq 100 bis in den März 2000. Danach kippt die Stimmung. Bis Oktober 2002 verliert der Index fast 80 Prozent. Bemerkenswert ist der Auslöser: Die US-Notenbank hatte den Leitzins zuvor auf 6,5 Prozent angehoben. Nach einer Phase der Irritation schaltet der Markt von Euphorie auf Panik.

Was folgt, ist eine knallharte Bereinigung. Unternehmen mit echten Gewinnen auf der einen Seite, bloße Versprechen und Verlustmaschinen auf der anderen. Aus einzelnen Pleiten wird ein Lawineneffekt. Technologie, eben noch der Hoffnungsträger schlechthin, gilt plötzlich als Risiko, das niemand mehr im Depot haben will.

Dabei werden auch hervorragende Unternehmen mitgerissen. Amazon war 1997 zu 18 Dollar an die Börse gegangen, damals noch ein Online-Buchhändler. In der Korrektur verliert selbst diese Aktie rund 90 Prozent. Und der breite Technologiemarkt braucht mehr als ein Jahrzehnt, um sich von diesem Einbruch zu erholen.

Wichtig ist, was dabei nicht verschwunden ist: das Internet selbst. Ausradiert wurden vor allem gierige, überzogene Ideen und viele selbsternannte Experten. Die Technologie hat die Krise überlebt und ist danach stärker zurückgekommen.

 

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Nach dem Platzen der Dotcom-Blase schlug die Euphorie an der Börse in Panik um. (KI-generiert: Magnific)

In der Krise entstehen die neuen Giganten

Mitten in diesen Verwerfungen formieren sich die Plattformkonzerne, die den Markt bis heute dominieren. Google geht 2004 an die Börse. Apple stellt 2007 das iPhone vor und verändert damit nicht nur die Börse, sondern eine ganze Welt. Kurz darauf erschüttert die Finanzkrise die Märkte, die ihren Tiefpunkt erst 2009 findet.

2012 folgt Facebook, heute Meta, mit einer Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar. Damals wurde heftig darüber gestritten, was ein digitales Profil eigentlich wert ist. Die Antwort lieferte, wie bei Google, das Werbegeschäft.

Die Schwerpunkte verschieben sich in diesen Jahren klar: Smartphones, Cloud und Internetinfrastruktur. Aus den „FANG-Aktien“ der frühen 2010er Jahre werden später die Magnificent 7: Microsoft, Alphabet, Apple, Meta, Amazon, Nvidia und Tesla.

Nokia: Wenn der Weltmarktführer den Anschluss verliert

Ab 1998 ist Nokia die Nummer eins im Handy-Markt, in der Spitze mit rund 40 Prozent Marktanteil. Mit dem iPhone verliert der Konzern den Anschluss. 2011 schreibt der damalige Nokia-Chef ein heute legendäres Memo an die eigene Belegschaft: Das Unternehmen stehe auf einer brennenden Plattform.

2013 verkauft Nokia seine Handysparte an Microsoft. Zwei Jahre später schreibt Microsoft auf diesen Zukauf mehrere Milliarden Dollar ab. Die Nokia-Aktie gibt es zwar noch, sie notiert aber weit unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2000. Heute rüstet das Unternehmen Mobilfunknetze aus. Die große Geschichte ist vorbei.

 

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Nokia verpasste den Wandel zum Smartphone und verlor seine Weltmarktführerschaft. (KI-generiert: Magnific)

Microsoft: 17 Jahre warten auf ein neues Hoch

Auch Microsoft ist keine lineare Erfolgsstory. Das Hoch von Ende 1999 holt die Aktie erst im Oktober 2016 wieder ein. Unter Steve Ballmer sprechen viele vom „verlorenen Jahrzehnt“. Erst mit Satya Nadella, der im Februar 2014 das Ruder übernimmt, beginnt die Neuerfindung. Sein Leitsatz vom ersten Tag an: Mobile first, Cloud first. Mit dem Cloudgeschäft, der Übernahme von Activision Blizzard und weiteren strategischen Schritten wird Microsoft wieder zum Wachstumswert.

Diese Durststrecke kennen wir aus eigener Erfahrung. Wir haben unsere ersten Microsoft-Aktien genau in dieser schwierigen Phase gekauft und halten sie bis heute. Ehrlich gesagt: Mit den heutigen Broker-Apps, bei denen ein Fingertipp genügt, um das komplette Depot zu leeren, wäre das deutlich schwerer gewesen. Ein Verkauf hätte uns damals ein paar Schwankungen erspart. Heute wäre der Schaden brutal.

Als 2020 die Corona-Krise den Markt innerhalb weniger Wochen um fast ein Drittel einbrechen lässt, kaufen wir bewusst nach: Microsoft und Alphabet, die aus unserer Sicht klaren Gewinner der nächsten Phase. Und diese Phase hatte da längst begonnen. Bereits 2019 war Microsoft bei OpenAI eingestiegen. ChatGPT sollte wenig später Geschichte schreiben. Damit sind wir mittendrin in der dritten Welle des Informationszeitalters.

Was das für Deine Geldanlage bedeutet

Euphorie, Absturz, Neuordnung: Dieses Muster zieht sich durch die gesamte Geschichte des Internetzeitalters. Wir sind überzeugt, dass es auch in der KI-Ära Bestand hat, nur mit deutlich mehr Kapital und deutlich mehr geopolitischem Gewicht als damals.

Selbst wer die richtige Story früh erkennt und eine der späteren Perlen im Depot hat, muss solche Phasen durchhalten können. Dafür braucht es kein Bauchgefühl, sondern ein bewährtes Konzept. Wir arbeiten seit jeher mit unserer Vermögenspyramide, die das Depot in drei Risikoebenen gliedert:

  • Fundament: echte Aktien als Basis. In Krisen wird abgesichert oder vorübergehend in konservative Werte umgeschichtet.
  • Vermögensaufbau: Swing Trading, zyklische Aktien und Werte, die sich in einer neuen Marktphase etablieren.
  • Spekulation: offensive Positionen mit schwer kalkulierbarem Risiko, aber großem Potenzial.

So bleibt jede Position dort, wo sie hingehört, und ein Crash im spekulativen Bereich gefährdet nicht das gesamte Vermögen.

Wie die Vermögenspyramide und das Risikomanagement dahinter im Detail funktionieren, zeigen wir Dir in unserem kostenfreien Grundkurs. Die Spitze der Pyramide wird von uns mit einem neuen Depot gefüllt, Teilnehmerschluss ist Montag der 12.10.2026 um 23:59 Uhr. Sei dabei, hier alle Infos:

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13.09.2026 - Spekulieren mit System: Marktcheck, Wahlzyklus und der Start des Pyramidion-Projekts

Pyramidion-Projekt der TradingBrothers: goldene, leuchtende Pyramide als Symbol für das spekulative Trading-Projekt

Der Rüstungssektor gerät nach Jahren im Aufwärtstrend ins Wanken, die Automobilbranche steckt mitten in einem schmerzhaften Umbruch, und in den USA rückt mit den Midterms im November ein Ereignis näher, das die Börse seit Jahrzehnten in ein wiederkehrendes Muster zwingt. Für uns bei TradingBrothers ist genau das der richtige Moment für einen nüchternen Blick auf die Lage. Wer spekulativ investieren will, braucht ein Regelwerk, das schon in schwierigen Phasen funktioniert hat.

Im jüngsten Montags-Webinar sind wir genau darauf eingegangen: auf die aktuelle Lage in zwei zentralen Sektoren, auf den Rückblick unserer gerade abgeschlossenen Spekulationssaison und auf ein neues Projekt, das ab sofort buchbar ist, das Pyramidion.

Rüstungsaktien: Ein Trend am Scheideweg

Über Jahre lief der Rüstungssektor in einem sauberen Aufwärtstrend, getragen von vollen Auftragsbüchern und politischem Rückenwind. Seit einiger Zeit läuft die Bewegung jedoch seitwärts bis schwierig, und genau jetzt entscheidet sich, ob der Trend weiterläuft oder bricht. Wir unterscheiden dabei zwischen dem charttechnischen Trend, der die reinen Tiefpunkte verbindet, und dem markttechnischen Trend, der auf klar erkennbare Hoch- und Tiefpunkte setzt. Beim Rüstungssektor ist der charttechnische Trend bereits gebrochen, der markttechnische Trend hält gerade noch. Fällt auch dieser wichtige Unterstützungsbereich, folgt in der Regel ein deutlicher weiterer Verkaufsschub.

Am Beispiel Rheinmetall wird das greifbar. Die Aktie hat sich von ihrem Hoch nahezu halbiert, und genau solche Halbierungen waren in der Vergangenheit häufig gute Einstiegsgelegenheiten. Unsere Fairvalue-Betrachtung, die den durchschnittlichen Umsatz der letzten drei Jahre dem Kurs gegenüberstellt, zeigt: Die Aktie war zeitweise deutlich überbewertet und ist inzwischen wieder in einen fairen Bereich zurückgelaufen. Eine 25-jährige Saisonalitätsauswertung liefert zusätzlich einen spannenden Hinweis: Der Zeitraum von Oktober bis Mai brachte in fast 90 Prozent der Jahre einen Gewinn.

Trotzdem gilt für uns aktuell: abwarten. Die erste Erholung nach dem Abverkauf fiel mit rund 40 Prozent zwar ordentlich aus, wurde aber nicht von einer klaren Anschlussbewegung bestätigt. Für uns fehlt damit noch der Beweis, dass tatsächlich genug Käufer auf diesem Niveau bereitstehen. Erst wenn sich eine Stabilisierung zeigt, wird aus der reinen Beobachtung eine konkrete Positionierung, dann idealerweise mit einem eng gesetzten Stopp.

Automobilsektor: Wendepunkt oder nächster Rutsch?

Während Rüstung politisch und fiskalisch weiter gefördert wird, sieht es im europäischen Automobilsektor deutlich schwieriger aus. Werksschließungen, Stellenabbau und ein grundlegender Strukturwandel prägen das Bild. Verstärkt wird das durch neue Wettbewerber wie chinesische Hersteller, die mit aggressiven Leasing- und Auto-Abo-Modellen in den europäischen Markt drängen und damit klassische Kaufmodelle unter Druck setzen.

Der Euro Stoxx Automobile & Zulieferer Index befindet sich seit 2022 in einem Abwärtstrend und testet gerade eine wichtige Unterstützungslinie. Auch hier sind sowohl der chart- als auch der markttechnische Trend bereits gebrochen. Sollte sich der Bereich stabilisieren und fundamental etwas an den Rahmenbedingungen drehen, wäre eine Bodenbildung denkbar, dann bevorzugt bei Werten, die sich in der Schwächephase vergleichsweise gut gehalten haben. Bricht die Unterstützung dagegen weiter nach unten, entsteht aus unserer Sicht ein aussichtsreicher Short-Kandidat, insbesondere abseits der großen Standardwerte.

Volkswagen zeigt exemplarisch, wie schnell so etwas gehen kann: Nach einem starken Abwärtsimpuls im Juni befindet sich die Aktie in unserer Einschätzung bereits in einem Freifallszenario, ein Short-Signal wurde ausgelöst. Ob sich das dreht, hängt maßgeblich davon ab, ob es dem Konzern gelingt, Investoren mit echten Reformen zu überzeugen, und das braucht bei einem Unternehmen dieser Größe Zeit.

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*Sinnbild für die Krise der Automobilbranche: verlassene Werkshallen statt voller Produktionslinien.

Rückblick: Eine schwierige, aber erfolgreiche Saison

Unsere große Spekulationsstrategie "OptionsSchein-Depot", kurz das OSD-Projekt genannt, hat die vergangene Saison mit einem Plus von 40 Prozent abgeschlossen. Das Ergebnis kam nicht geschenkt: Der Start fiel mitten in die Unsicherheit um die US-Zollpolitik, und die Auswahl lief über Wochen im Minus. Genau in solchen Phasen zeigt sich, wie wichtig Disziplin ist, wenn man ein Regelwerk mit Gewinnvorteil hat. Wer vorzeitig ausgestiegen ist, hat die spätere Aufholjagd verpasst.

Parallel dazu ist ein zweites, kleineres Projekt in seiner Beta-Phase mit 43 Prozent Rendite zu Ende gegangen, und genau aus diesem Projekt ist unser neues Angebot entstanden.

Neu ab dem 8. Oktober: das Pyramidion-Projekt

Das Pyramidion ist die konsequente Weiterentwicklung dieser Beta-Phase und richtet sich an alle, die den spekulativen Teil ihrer Vermögenspyramide bewusst kürzer und aktiver gestalten wollen. Statt einer Entscheidung pro Jahr wie bei unserem großen Projekt startet das Pyramidion viermal jährlich, jeweils mit klarem Anfang und klarem Ende nach rund drei Monaten. Das nächste Projekt, Nummer 4 von 2026, startet am 8. Oktober.

Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten:

  • Vorbereitung: Alle Teilnehmer erhalten vorab ein Startvideo mit Ablauf und Aktienauswahl für die neue Runde.

  • Start: Alle kaufen dieselben Werte, das Signal kommt per E-Mail, die Umsetzung erfolgt am Folgetag.

  • Laufzeit: Rund drei Monate, maximal 10 Positionen, jeder Kauf und jeder Verkauf wird mit einer Signal-Mail verschickt.

  • Bilanz: Am Ende wird offen Bilanz gezogen, danach beginnt sofort das nächste Pyramidion-Projekt. "Mund abputzen und weiter!"

Umgesetzt wird die Auswahl über Zertifikate mit moderatem Hebel statt über Optionsscheine, wie wir es aus unserem großen Projekt kennen. Das macht das Pyramidion nach eigener Einschätzung noch eine Stufe intensiver: Schwankungen können deutlich stärker ausfallen, in beide Richtungen. Genau deshalb ist es für uns ein Baustein für die Spitze der Vermögenspyramide, für den bewusst konzentrierten, spekulativen Teil eines Depots, nicht für das Fundament. Der Einstieg ist ab 10.000 Euro möglich, unsere Auswertungen rechnen mit 20.000 Euro als Basis.

Bevor das Pyramidion öffentlich buchbar wurde, ist es durch eine Beta-Testphase gelaufen. Die Teilnehmer haben ihre Erfahrungen dazu geteilt: Im Fokus stand die Disziplin, der Umgang mit Schwankungen und das Risikomanagement innerhalb der eigenen Vermögenspyramide.

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*Depotverlauf der Pyramidion-Beta-Phase im Echtgeld-Depot: von 20.000 Euro Start über 21,6 Prozent und 41,9 Prozent bis zum Abschluss der dritten Runde mit 42,7 Prozent Gewinn.

Die Chance der Irritationsphase: US-Wahlen und der Vierjahreszyklus

Im November stehen in den USA die Midterms an, und historisch betrachtet folgt die Börse davor und danach einem erstaunlich stabilen Muster. In der Regel wird der Markt im Vorfeld etwas vorsichtiger und verhaltener, selbst wenn die Berichtssaison stark ausfällt. Genau in dieser Phase der Unsicherheit entsteht regelmäßig eine der stärksten Börsenphasen im gesamten Vierjahreszyklus, sobald sich abzeichnet, wie die politische Lage ausgeht.

Wer erst nach der Wahl auf endgültige Sicherheit wartet, verpasst in der Regel den größten Teil dieser Bewegung. Hinzu kommt: Ein börsenaffiner US-Präsident hat ein persönliches Interesse an einem starken Markt. Für uns ist das ein zusätzlicher Baustein in der Gesamteinschätzung, kein Freibrief, sondern ein Faktor, den wir in unser Regelwerk einbeziehen, während wir gleichzeitig genau beobachten, ob der Gesamtmarkt insgesamt mitspielt.

Fazit: Systematisch bleiben, statt zu raten

Ob Rüstung, Automobile oder der Blick auf den US-Wahlzyklus: Die einzelnen Bausteine ergeben für sich genommen noch keine Entscheidung. Erst das Zusammenspiel aus Trendanalyse, Saisonalität und einem klaren Regelwerk macht daraus eine belastbare Strategie, die auch schwierige Phasen übersteht, wie die vergangene Saison mit ihren 40 Prozent Rendite gezeigt hat.

Wer tiefer einsteigen möchte, ist herzlich eingeladen: am 17. September findet ein Themenwebinar rund um das Spekulieren statt.

Und wer den spekulativen Teil seiner Vermögenspyramide ab dem 8. Oktober aktiv mitgestalten will, kann sich bereits jetzt für das Pyramidion-Projekt anmelden.


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23.08.2026 - Bitcoin durchbricht die 70.000-Dollar-Marke – Startschuss für neue Rally?

Mann mit Brille betrachtet Bitcoin-Münze prüfend – Symbolbild für die Analyse des Bitcoin-Comebacks

Nach Wochen der Lethargie ist wieder Bewegung in den Bitcoin-Kurs gekommen. Am Mittwoch sprang die Kryptowährung binnen kürzester Zeit um fast 8 Prozent nach oben und kletterte zeitweise bis auf rund 72.000 Dollar – der höchste Stand seit Anfang Juni. Auslöser war eine Ankündigung aus Washington, die zunächst wenig mit Kryptowährungen zu tun zu haben schien: Das US-Finanzministerium erklärte, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen ab dem 9. September deutlich auszuweiten.

Was diese Meldung mit einem Krypto-Kursfeuerwerk zu tun hat, und warum ausgerechnet die Bären selbst zum Brandbeschleuniger der eigenen Niederlage wurden, schauen wir uns heute genauer an.

Vom Zinsmarkt zum Krypto-Kurssprung

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen war zuletzt auf das höchste Niveau seit 2007 gestiegen. Steigende Langfristzinsen belasten Risikoanlagen in der Regel spürbar – auch Bitcoin blieb davon nicht verschont und dümpelte wochenlang zwischen 58.000 und 66.000 Dollar seitwärts.

Mit der Ankündigung des Finanzministeriums, sein Rückkaufvolumen von maximal 2 auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation zu verdoppeln, drehte das Bild. Die Langfristzinsen gaben nach, der Dollar schwächelte – und plötzlich sah das Umfeld für Edelmetalle und Risikoanlagen deutlich freundlicher aus. Wichtig dabei: Anders als bei klassischen QE-Programmen (Quantitative Easing) handelt es sich nicht um eine Liquiditätsflut, sondern in erster Linie um Schuldenmanagement. Die Aktienmärkte reagierten entsprechend verhalten, während Gold und Silber um jeweils rund 4 Prozent zulegten.

Bitcoin Chart

Der eigentliche Treiber: Ein klassischer Short-Squeeze

Die Wucht der Bitcoin-Bewegung lässt sich allein mit der Zins-Meldung kaum erklären. Der entscheidende Verstärker war ein technisches Phänomen: der Short-Squeeze.

In den vergangenen Wochen hatten sich zahlreiche Marktteilnehmer auf weiter fallende Kurse positioniert – Shorts galten als sogenannter Conviction Trade, also als Wette mit hoher Überzeugung. Als der Kurs stattdessen nach oben drehte, mussten diese Positionen zwangsweise geschlossen werden. Jeder Rückkauf trieb den Kurs weiter an, löste neue Stopps aus und zwang wiederum weitere Short-Seller zum Kauf.

Das Ergebnis: Innerhalb von nur etwa einer Stunde wurden Bitcoin-Short-Positionen im Wert von über einer Milliarde Dollar liquidiert – die größte Welle seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen im Jahr 2021.

Politischer Rückenwind aus dem Weißen Haus

Parallel zur Zinsentwicklung sorgte auch die US-Kryptopolitik für zusätzlichen Schub. Präsident Trump traf sich mit Führungskräften mehrerer Krypto-Unternehmen im Weißen Haus und machte deutlich, dass digitale Vermögenswerte für seine Regierung künftig eine Schlüsselrolle spielen sollen. Mehrere Entwicklungen kamen dabei fast gleichzeitig zusammen:

  • Weißes-Haus-Treffen: Trump empfing Vertreter aus der Kryptobranche und betonte die strategische Bedeutung digitaler Vermögenswerte für die USA
  • SEC-Kurswechsel: Die Börsenaufsicht treibt einen branchenfreundlicheren regulatorischen Rahmen voran und will Unternehmen mehr Rechtssicherheit geben
  • Clarity Act: Das Gesetz soll klare Strukturregeln für den US-Kryptomarkt schaffen – steckt aber weiterhin im Senat fest, eine Verabschiedung wird frühestens im Herbst 2026 erwartet
  • Derivateaufsicht: Auch die CFTC bemüht sich darum, große Handelsplattformen stärker in den regulierten US-Markt einzubinden

Genau diese Unsicherheit rund um den Clarity Act bleibt der entscheidende Wackelfaktor für die weitere Entwicklung.

Was macht das große Geld?

Bemerkenswert ist, dass die großen Bitcoin-Investoren offenbar schon seit einiger Zeit wieder zugreifen. Sogenannte Bitcoin-Wale haben ihre Bestände innerhalb der vergangenen 60 Tage um rund 43.000 BTC aufgestockt – ein Gegenwert von etwa 2,75 Milliarden Dollar zum damaligen Kurs. Auffällig dabei: Die Akkumulation setzte bereits ein, als der Kurs Richtung 60.000 Dollar gefallen war, nachdem große Halter zuvor über Monate eher verkauft hatten.

Ein klassisches Muster: Während die breite Masse in Panik verkauft, kaufen erfahrene Marktteilnehmer antizyklisch nach.



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Das Weiße Haus rollt der Kryptobranche den roten Teppich aus. Bild: KI-generiert, magnific

Die entscheidende Frage: Nachhaltiger Trend oder kurzes Strohfeuer?

Ein Short-Squeeze kann eine Rally erheblich beschleunigen – er garantiert aber noch keinen nachhaltigen Aufwärtstrend. Dafür braucht es echte Anschlusskäufe, sobald die erzwungenen Rückkäufe der Short-Seller ausgelaufen sind. Die nächste wichtige Marke liegt bei 75.000 Dollar. Ob Bitcoin diesen Bereich angreifen kann, wird zeigen, ob die aktuelle Dynamik trägt oder ob der Markt zurück in den alten Seitwärtstrend fällt.

Genau hier zeigt sich ein Problem, das viele Privatanleger immer wieder unterschätzen: Kursbewegungen wie diese entstehen innerhalb weniger Stunden – wer nicht bereits investiert war, konnte den größten Teil der Bewegung schlicht nicht mitnehmen. Wer dagegen erst jetzt, nach dem Ausbruch, aus Angst etwas zu verpassen einsteigt, läuft Gefahr, genau am kurzfristigen Hoch zu kaufen.

Genau deshalb setzen wir bei TradingBrothers nicht auf das Erraten solcher Einzelereignisse, sondern auf ein System mit klar definierten Entscheidungspunkten – unabhängig davon, ob gerade ein Short-Squeeze, eine Zinswende oder ein politisches Ereignis die Schlagzeilen bestimmt.

Wie genau unser Ansatz funktioniert, zeigen wir jeden Montag um 18:00 Uhr im kostenlosen Montags-Webinar.

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Quellenverzeichnis:

  1. Finanzmarktwelt: „Bitcoin explodiert nach Short-Squeeze – fällt jetzt die 75.000?", 20.08.2026
  2. Blocktrainer: „Bitcoin steigt wieder über 69.000 US-Dollar, nachdem das US-Finanzministerium größere Anleiherückkäufe ankündigt", 19.08.2026
  3. finanzen.net: „Kryptorally nach Trump-Treffen: Bitcoin knackt 70.000er-Marke, ETH klettert – Strategy- und Coinbase-Aktie stark", 20.08.2026