TB-Vermögenspyramide: Ordnungs statt Bauchgefühl an der Börse
Interview in der Sonderveröffentlichung "Investment Guide" in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Hier das komplette Interview:
Falk und Arne Elsner handeln und investieren seit vielen Jahren an den Märkten und zeigen Anlegern wie sie vorgehen. Sie sind gern gesehene Gäste in der Deutschen Börse und allen großen Finanzmessen im deutschsprachigem Raum. Mit TradingBrothers, kurz TB, verfolgen sie einen klaren Ansatz: echte Depots, einfache Regeln, nachvollziehbare Entscheidungen und eine ruhige Einordnung der Börse. Im Interview erklären die beiden, warum Vermögensaufbau für sie zuerst eine Frage der Ordnung ist, warum Aktien langfristig eine große Chance sein können und wie die TB-Vermögenspyramide Anlegern hilft, auch in unruhigen Zeiten gelassen zu bleiben.
Jeden Montag um 18 Uhr geben Sie ihr Wissen im kostenfreien Montags-Webinar weiter. Ergänzend haben Sie einen Grundkurs entwickelt, der jedem Anleger die wichigen Dinge zur Börse in 8 Kapiteln vermittelt. Er wird im Juli 2026 freigeschaltet! Hier zur Voranmeldung des TB-Grundkurs.

Frage 1: Falk, Arne, wie gelingt dem normalen Privatanleger der vernünftige Weg in den Aktienmarkt?
Falk: Viele Menschen starten an der Börse mit einzelnen Entscheidungen. Sie fragen sich: Welche Aktie soll ich kaufen? Ist jetzt ein guter Zeitpunkt? Soll ich lieber warten? Soll ich verkaufen, wenn die Kurse fallen? Das sind verständliche Fragen. Aber aus unserer Sicht fehlt davor oft ein wichtiger Schritt: Man braucht zuerst eine einfache Ordnung für das eigene Vermögen.
Arne: Genau dafür nutzen wir bei TB die Vermögenspyramide, mit der wir bereits sehr bekannt geworden sind. Ihre Genialität besticht durch ihre Einfachheit. Sie hilft dabei, das eigene Geld sinnvoll zu sortieren. Unten steht das Fundament. Dort geht es um langfristigen Vermögensaufbau, gute Unternehmen und Stabilität. Darüber können später weitere Bausteine kommen, mit denen man etwas aktiver wird und auch mal neue Ideen umsetzt. Ganz oben gibt es einen kleinen Bereich für mehr Dynamik und hohe Renditen. Aber der entscheidende Punkt ist: Man sollte unten mit soliden Aktien anfangen.
Falk: Viele Menschen machen es umgekehrt. Sie beginnen mit dem für sie spannendsten Teil. Sie suchen die heiße Aktie, den schnellen Gewinn oder die perfekte Gelegenheit. Das ist menschlich verständlich, gerade weil Online-Broker und Apps den Zugang zur Börse sehr leicht gemacht haben. Schnell hat man eine der neusten KI-Aktien im Depot oder investiert in Raumfahrtunternehmen die noch gar keinen Gewinn erwirtschaften. Leicht zugänglich bedeutet nicht automatisch gut vorbereitet. Wer ohne Plan startet, trifft oft Entscheidungen aus dem Bauch heraus, aus der Phantasie heraus oder weil die Medien und das Umfeld einen dazu treiben.
Arne: Für viele Anleger reicht ein gutes Fundament aus einigen guten Aktien völlig aus. Damit meinen wir: langfristig investieren! Sich also breit aufstellen, gute Unternehmen die seit vielen Jahren Gewinne erwirtschaften auswählen und eben nicht ständig hin und her handeln. So wie es das Deutschen Aktieninstituts auch empfiehlt. Zuerst sollte klar sein: Was soll mein Vermögen überhaupt leisten? Soll es für die Altersvorsorge arbeiten? Muss es erst langfristig wachsen? Soll es Sicherheit geben? Diese Fragen sind wichtiger als der nächste kurzfristige heiße Aktien-Tipp.
Falk: Die Pyramide ist dabei keine starre Vorgabe, bei uns besteht sie aber aus 3 Ebenen. Jeder Mensch hat eine andere Lebenssituation, ein anderes Vermögen, andere Erfahrungen und auch eine andere Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten. Aber die Reihenfolge bleibt wichtig: erst Stabilität (unten), dann mehr Flexibilität (Mitte), dann mehr Dynamik (oben). Wer das verstanden hat, schaut anders auf die Börse.
Arne: Dann geht es nicht mehr darum, ob eine einzelne Aktie heute steigt oder fällt. Es geht darum, ob der eigene Vermögensaufbau insgesamt sinnvoll aufgebaut ist. Das nimmt viel Druck heraus. Gerade am Anfang ist diese Ruhe sehr wichtig.
Falk: Für uns ist die TB-Vermögenspyramide deshalb auch eine Art Schutz vor falschen Entscheidungen. Risiko entsteht nicht nur dadurch, dass Kurse schwanken. Risiko entsteht auch, wenn man nicht weiß, warum man etwas gekauft hat, wie viel Geld man dafür einsetzen sollte und welche Rolle diese Anlage im eigenen Vermögen spielt. Unsere Pyramide gibt jeder Entscheidung einen passenden Platz.
Frage 2: Was gehört bei euch in das Fundament – und warum ist diese Ebene so wichtig?
Arne: Das Fundament ist der tragende Teil der Pyramide. Hier soll das Geld langfristig arbeiten. Bei TB denken wir dabei vor allem an gute Aktien, also an Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, starker Marktstellung und langfristigen Chancen. In unserem TB-Universum ist dafür das InVestitions-Depot, kurz IVD, mit seinen 21 Akten ein wichtiger Baustein.
Falk: Aktien spielen für uns eine zentrale Rolle, weil man mit ihnen Anteile an echten Unternehmen besitzt. Das ist ein wichtiger Gedanke. Eine Aktie ist nicht nur eine Zahl auf dem Bildschirm. Dahinter steht ein Unternehmen, das Produkte verkauft, Dienstleistungen anbietet, Arbeitsplätze schafft, investiert und im besten Fall über viele Jahre wächst. Wer langfristig investiert, beteiligt sich an dieser Entwicklung.
Arne: Gleichzeitig reicht es nicht, einfach irgendeine Aktie zu kaufen. Ein gutes Fundament braucht Auswahl und Streuung. Man sollte verstehen, was man besitzt und warum man es besitzt. Ein Depot sollte nicht wie eine Schublade voller spontaner Ideen wirken. Es sollte eher wie ein gut gebautes Haus sein: mit tragenden Elementen, klarer Aufteilung und genug Stabilität.
Falk: Neben Aktien spielt auch verfügbares Geld eine wichtige Rolle. Viele Anleger unterschätzen das. Als aktiver Anleger nennt man es: „Cash“. Gemeint ist Geld, das nicht sofort investiert ist, sondern bereitliegt. Das klingt unspektakulär, ist aber sehr wichtig. Wer in schwierigen Zeiten noch Geld zur Verfügung hat, muss nicht aus Stress verkaufen. Er kann ruhig bleiben und aufkommende Chancen prüfen, wenn andere nervös werden.
Arne: Auch Gold kann in einem Vermögensaufbau eine Rolle spielen. Für uns ist Gold kein Ersatz für Aktien und auch kein Wundermittel. Aber es kann ein Baustein sein, der in bestimmten Phasen Stabilität gibt. Entscheidend ist immer: Welche Aufgabe erfüllt ein Baustein im gesamten Vermögen?
Falk: Das Fundament hat auch eine große psychologische Wirkung. Wenn ein Anleger weiß, dass der größte Teil seines Vermögens langfristig und durchdacht aufgebaut ist, kann er mit Schwankungen besser umgehen. Dann wird nicht jede Korrektur am Aktienmarkt zur persönlichen Krise.
Arne: Henriette Peucker vom Deutschen Aktieninstitut hat es in einem Interview sehr schön auf den Punkt gebracht: „Gelassenheit und ein langer Atem tun gut“. Genau das sehen wir auch so und unsere TB-Vermögenspyramide hilft dabei dies umzusetzen. Schwankungen gehören zur Börse. Die Frage ist, ob man darauf vorbereitet ist. Ein gutes Fundament hilft, solche Phasen auszuhalten.
Falk: Deshalb sagen wir: Wer unten stabil steht, kann später auch weitere Möglichkeiten nutzen. Wer unten unsicher steht, erlebt jede Bewegung an der Börse viel stärker. Dann wird ein normaler Rückgang schnell zu einem emotionalen Problem. Genau das wollen wir mit der Pyramide vermeiden.
Frage 3: Viele Menschen wissen, dass sie investieren sollten – kommen aber trotzdem nicht ins Handeln. Woran liegt das?
Arne: Aus unserer Erfahrung liegt es selten daran, dass Menschen zu wenig verstehen. Meist fehlt einfach die eigene innere Ordnung. Viele hören etwas über ETFs, dann über Einzelaktien, dann über Fonds, dann über Zinsen, Inflation, Immobilien, Gold oder Kryptowährungen. Jede Information klingt für sich interessant. Aber zusammen entsteht schnell das Gefühl: Das ist alles zu viel.
Falk: Genau dann wird das Thema „verschoben“. Man nimmt sich vor, später anzufangen. Oder man wartet auf den perfekten Zeitpunkt. Aber diesen perfekten Zeitpunkt gibt es an der Börse nicht. Es wird immer Gründe geben, vorsichtig zu sein. Es gibt immer Nachrichten, die verunsichern. Deshalb ist es so wichtig, mit einem klaren Plan zu starten.
Arne: Der erste Schritt ist für uns also nicht die perfekte Aktie zu finden, sondern ein klares Ziel zu formulieren. Was soll das Vermögen leisten? Geht es um Altersvorsorge? Um finanzielle Freiheit? Um den Schutz des bereits aufgebauten Vermögens? Oder um einen startenden regelmäßigen Vermögensaufbau über viele Jahre? Erst wenn dieses Ziel klarer wird, kann man entscheiden, welche Struktur dazu passt.
Falk: Ein Depot sollte ein Werkzeug für ein Ziel sein. Es sollte nicht nur aus spontanen Käufen bestehen. Wenn ein Anleger weiß, warum er investiert, welche Rolle Aktien spielen und wie viel Schwankung er aushalten kann, wird der Einstieg ruhiger. Dann geht es nicht darum, den Markt perfekt zu erwischen. Es geht darum, vernünftig anzufangen und Schritt für Schritt besser zu werden.
Arne: Genau hier hilft die TB-Vermögenspyramide, die wir seit Jahrzehnten verwenden. Sie macht aus einem großen, unübersichtlichen Thema eine einfache Reihenfolge. Unten steht das Fundament. Dort geht es um gute Unternehmen, langfristige Substanz und Stabilität. Später können weitere Bausteine, auch mit höherem Risiko, dazukommen.
Falk: Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Aktienkultur. Viele Menschen bleiben der Börse fern, weil sie Aktien mit Zocken verwechseln. Dabei kann Investieren ein sehr ruhiger, langfristiger und nachvollziehbarer Prozess sein. Wer das versteht, bekommt einen anderen Zugang zur Börse.
Arne: Am Ende geht es darum, aus der bestehenden Unsicherheit eine klare Handlungsfähigkeit zu machen. Niemand muss alles perfekt wissen, bevor er beginnt. Man sollte wissen, warum man beginnt und welchem Plan man folgt. Dabei helfen wir Anlegern seit vielen Jahren ganz aktiv und verbessern so die Aktienkultur im gesamten DACH-Raum seit über 16 Jahren proaktiv. Darauf sind wir stolz.
Frage 4: Ist der weltweite Finanzmarkt aus eurer Sicht ein Risiko?
Falk: Wir sehen den weltweiten Finanzmarkt zuerst als große Chance. Er verbindet Unternehmen, Anleger, Staaten, Ideen und Kapital. Über die Börse kann Geld dorthin fließen, wo neue Produkte entstehen, wo Unternehmen wachsen und wo Innovation möglich wird. Davon können auch private Anleger profitieren.
Arne: Gleichzeitig ist klar: Der Finanzmarkt schwankt. Es gibt gute Zeiten und schwierige Zeiten. Es gibt Übertreibungen, Krisen und Phasen, in denen Anleger verunsichert sind. Aber das bedeutet nicht, dass der Finanzmarkt an sich der Gegner ist. Entscheidend ist, wie man mit ihm umgeht.
Falk: Wer ohne Plan investiert, erlebt die Börse schnell als Bedrohung. Jede schlechte Nachricht wirkt dann wie ein Grund zur Sorge. Jeder Kursrückgang fühlt sich persönlich an. Wer aber weiß, warum er investiert, wie sein Vermögen aufgebaut ist und welche Rolle die einzelnen Bausteine haben, kann dieselben Schwankungen viel besser einordnen.
Arne: Man muss die Börse nicht in jedem Detail verstehen, um sinnvoll zu investieren. Aber man sollte verstehen, dass die großen Themen miteinander verbunden sind. Zinsen, Inflation, Wirtschaft, Währungen, Rohstoffe und Aktien beeinflussen sich gegenseitig. Wir schauen deshalb nicht nur auf einzelne Aktien, sondern auch auf das große Bild. Das hilft uns, Marktphasen besser einzuordnen und Entscheidungen zu treffen.
Falk: Trotzdem versuchen wir nicht, die Zukunft vorherzusagen. Das kann niemand zuverlässig. Wir wollen vorbereitet sein. Wenn Märkte stark steigen, bleiben wir wachsam. Wenn Märkte fallen, wollen wir nicht in Panik geraten. Dafür braucht es Struktur. Diese Struktur vermitteln wir übrigens jeden Montag völlig kostenfrei um 18 Uhr in einem für jeden zugänglichem offenen Webinar. Die Termine sind immer in unserem Kalender auf der Webseite einsehbar.
Arne: Für Anleger ist aus unserer Sicht der größte Risikofaktor oft nicht der Markt selbst, sondern der unvorbereitete Umgang mit ihm. Ohne Plan und Struktur wird man schnell von Nachrichten, Meinungen und Emotionen gesteuert. Mit einem klaren Aufbau kann man ruhiger bleiben.
Falk: Deshalb sagen wir: Der weltweite Finanzmarkt ist ein Chancenraum mit Risiken. Wer ihn ohne Ordnung betritt, kann sich überfordert fühlen. Wer mit Struktur investiert, kann langfristig davon profitieren. Die TB-Vermögenspyramide ist unser Werkzeug, um diese Ordnung herzustellen.
Frage 5: Wie hilft die Vermögenspyramide in Krisen und schwierigen Marktphasen?
Falk: In schwierigen Marktphasen zeigt sich, ob ein Depot gut durchdacht ist. Solange die Kurse steigen, fühlt sich vieles richtig an. Die eigentliche Prüfung kommt, wenn Märkte fallen, die Nachrichten schlechter werden oder Unsicherheit zunimmt. Genau dann braucht man eine Struktur, und eine klare Einordnung seiner eigenen Positionen.
Arne: Die TB-Vermögenspyramide hilft, weil sie klare Aufgaben nach deren Risiko verteilt. Das Fundament soll mit bewährten Aktien langfristig tragen. Verfügbares Geld sorgt für Ruhe und aktiven Handlungsspielraum. Gold kann in bestimmten Phasen stabilisieren. Und spekulative Bausteine bleiben in ihrer Größe begrenzt. So entsteht ein Gesamtbild für das eigene Vermögen.
Falk: Es geht nicht darum, jede Krise vorherzusehen. Es geht darum, vorbereitet zu sein. Niemand weiß genau, wann Märkte fallen oder wann sie wieder steigen. Aber man kann vorher festlegen, wie viel Risiko man eingehen möchte, welche Anlagen langfristig gehalten werden sollen und wo man vorsichtiger wird.
Arne: Gute Struktur reduziert auch emotionale Überforderung. Wer erst in der Krise beginnt, über Risiko nachzudenken, steht bereits unter Druck. Wer vorher eine Ordnung geschaffen hat, kann gelassener reagieren. Dann ist verfügbares Geld nicht Ausdruck von Ratlosigkeit, sondern Teil des Plans. Auch Warren Buffett hat seine legendäre Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway in den letzten 60 Jahren dreimal um die Hälfte einbrechen sehen, aber mit der Zeit immer wieder neue Höchststände erreichen können. Wer solche Situationen für sich nutzen kann ist klar im Vorteil. Aktien bleiben Beteiligungen an echten Unternehmen, nicht nur schwankende Kurse.
Falk: Für uns besteht gutes Risikomanagement aus drei einfachen Dingen: einer sinnvollen Aufteilung des Vermögens, klaren Regeln und dem eigenen Verhalten. Gerade das Verhalten ist wichtig. Viele Menschen wissen theoretisch, was richtig wäre. Aber wenn die Kurse stark fallen, handeln sie plötzlich aus Angst. Deshalb braucht es Regeln, Routinen und Wiederholung. So ist es übrigens auch im Spitzensport.
Arne: Die Pyramide hilft auch, besser über das eigene Vermögen zu sprechen. Wenn wir sagen: Das gehört ins Fundament, ist sofort klar, dass es langfristig gedacht ist. So entsteht eine einfache Sprache für Entscheidungen mit unseren Zuschauern.
Falk: Am Ende geht es um Ruhe. Nicht darum, nichts zu tun. Sondern darum, vorbereitet zu sein und von der laufenden Weltwirtschaft zu profitieren. Wer eine gute Vermögensstruktur hat, muss nicht jeder Nachricht hinterherlaufen. Er kann beobachten, prüfen und entscheiden, ohne dass das gesamte Vermögen von einer einzelnen Idee abhängt.
Arne: Wir wünschen uns, dass mehr Menschen in Deutschland die Börse als langfristige Chance begreifen. Aktien können ein starker Baustein für Vermögensaufbau sein. Aber sie wirken am besten in einem System, das zum Menschen passt. Unsere TB-Vermögenspyramide soll genau dabei helfen: unten ein starkes Fundament, darüber sinnvolle Ergänzungen und insgesamt ein klarer, geordneter Weg.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Wissensvermittlung. Er ersetzt keine persönliche Anlageberatung. Entscheidungen über Wertpapiere, Produkte oder Strategien sollten immer zur eigenen finanziellen Situation, Risikotragfähigkeit und Zielsetzung passen.
Autoren: Falk und Arne Elsner


