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TradingBrothers Blog

22.03.2026 - US-Dollar vs. Rohöl: Die unterschätzte negative Korrelation im Markt

Negative Korrelation im Markt: Steigender US-Dollar trifft auf fallenden Ölpreis durch geldpolitischen Druck und globale Nachfrageeffekte.

 

Die aktuelle Lage zeigt eine auffällige Entwicklung: Während der Ölpreis deutlich anzieht, fällt der Goldpreis gleichzeitig stark. Für viele Marktteilnehmer wirkt das widersprüchlich. In einem geopolitischen Umfeld wie dem aktuellen Iran-Konflikt wird häufig erwartet, dass Gold als sicherer Hafen steigt. Doch genau diese Annahme greift zu kurz. Die nachfolgende Grafik zeigt nicht einfach eine Beziehung zwischen Öl und Gold – sie zeigt die Reaktion des Marktes auf Inflation und den US-Dollar.

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* Steigender Ölpreis trifft auf fallenden Goldpreis – ausgelöst durch steigende Inflationserwartungen und einen stärkeren US-Dollar im Zuge der Iran-Eskalation.

Was in der Grafik wirklich passiert

 Auf der rechten Seite der Bewegung wird deutlich:

 Öl (blau)  steigt dynamisch an, während Gold (rot) parallel unter Druck gerät.

Diese gegenläufige Entwicklung ist kein Zufall. Sie folgt einer klaren makroökonomischen Logik, die in mehreren Schritten abläuft. Steigende Ölpreise erhöhen die Inflationserwartungen. Der Markt reagiert darauf mit der Annahme, dass Zinssenkungen unwahrscheinlicher werden. In der Folge steigen die Renditen, und der US-Dollar gewinnt an Stärke. Und genau dieser stärkere US-Dollar ist der Grund, warum Gold fällt.

Die entscheidende Kette hinter der Bewegung 

Die Marktreaktion folgt einer klaren Struktur: Öl steigt → Inflation steigt → Zinsen bleiben hoch → US-Dollar steigt → Gold fällt

Diese Kette ist aktuell auch datenbasiert nachvollziehbar. Der Ölpreis ist im Zuge der Iran-Eskalation kurzfristig um mehrere Dollar gestiegen und notierte zeitweise über 108–110 USD pro Barrel. Gleichzeitig lagen die jüngsten US-Erzeugerpreise bei +0,7 % im Monatsvergleich (Erwartung: +0,3 %) – ein deutliches Signal für anhaltenden Inflationsdruck. Die Konsequenz: Zinssenkungen werden nach hinten verschoben, US-Renditen steigen und der Dollar gewinnt an Stärke.

Der Iran-Konflikt als Auslöser

Die geopolitische Lage wirkt aktuell als Angebotsrisiko im Energiemarkt. Rund 20 % des weltweiten Ölhandels laufen durch die Straße von Hormus – eine potenzielle Störquelle bei weiterer Eskalation. Bereits geringe Risiken in dieser Region führen historisch zu deutlichen Preisaufschlägen im Öl. Diese sogenannte Risikoprämie sorgt dafür, dass Ölpreise schnell und dynamisch reagieren. Der Markt preist dabei weniger den aktuellen Ausfall, sondern das zukünftige Risiko ein.

Warum viele Anleger die Bewegung falsch einordnen

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, Öl und Gold direkt zu vergleichen. Historisch zeigt sich: Die Korrelation zwischen Gold und Öl ist instabil und schwankt stark. In vielen Phasen liegt sie nahe null oder wechselt sogar ins Positive. Deutlich stabiler ist hingegen die Beziehung zum US-Dollar. Studien und Marktbeobachtungen zeigen, dass Gold über längere Zeiträume eine klare inverse Korrelation zum US-Dollar-Index (DXY) aufweist.

Beispiel: Im Jahr 2022 stieg der DXY auf ein 20-Jahres-Hoch, während Gold gleichzeitig deutlich unter Druck geriet.

Entscheidend ist also nicht der Ölpreis selbst, sondern die Reaktion des US-Dollars auf Inflation und Zinsen.

Fazit: Der entscheidende Mechanismus im Hintergrund

Die aktuelle Marktbewegung basiert nicht auf einem direkten Zusammenhang zwischen Rohstoffen. Sie ist das Ergebnis eines datengetriebenen makroökonomischen Prozesses.

  • Öl über 108 USD signalisiert steigenden Inflationsdruck

  • US-Daten über Erwartung bestätigen diesen Trend

  • Zinssenkungen werden unwahrscheinlicher

  • Kapital fließt in den US-Dollar

Der US-Dollar ist damit die zentrale Variable – und nicht der Ölpreis selbst.


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15.03.2026 - Ist die deutsche Autoindustrie am Ende?

Ist die Autoindustrie am Ende? TradingBrothers Blog

Die deutsche Autoindustrie galt jahrzehntelang als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Marken wie Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz oder Porsche standen weltweit für Qualität, Innovation und hohe Gewinne. Millionen Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an dieser Branche. Doch in den letzten Jahren mehren sich die Warnsignale. Gewinne brechen ein, Stellen werden gestrichen und internationale Konkurrenz wächst rapide. Gleichzeitig zwingt der Wandel zur Elektromobilität die Hersteller zu gewaltigen Investitionen. Die zentrale Frage lautet daher: Steht die deutsche Autoindustrie vor ihrem Niedergang – oder erlebt sie lediglich eine schwierige Transformationsphase?

Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche

Die Automobilindustrie ist eine der wichtigsten Industrien Deutschlands.

Wichtige Kennzahlen:

  • Über 780.000 Menschen arbeiten direkt in der deutschen Automobilindustrie

  • Mehr als 2 Millionen Arbeitsplätze hängen indirekt an ihr

  • Die Branche erwirtschaftet über 430 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr

  • Rund 20 % der deutschen Exporte stammen aus der Automobilindustrie

Diese Zahlen zeigen: Kaum eine Branche prägt Deutschlands Wirtschaft stärker. Umso gravierender sind die aktuellen Probleme.

Gewinneinbrüche bei den Herstellern

In den vergangenen zwei Jahren haben mehrere deutsche Hersteller deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn gemeldet.

Ein besonders drastisches Beispiel ist Porsche.

Das operative Konzernergebnis des Unternehmens brach von rund 4 Milliarden Euro auf nur noch 40 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen ein. Allein im dritten Quartal entstand ein Betriebsverlust von 967 Millionen Euro.  Auch die operative Marge ist massiv gesunken. Während Porsche früher mehr als 14 % Gewinnmarge erzielte, lag sie zuletzt nur noch bei 1,1 %. BMW meldete ebenfalls rückläufige Ergebnisse. Der Gewinn des Konzerns fiel im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 11 %, während die erwartete Marge im Autogeschäft künftig nur noch zwischen 4 und 6 % liegen soll.

Diese Entwicklung zeigt: Selbst die traditionell profitablen Premiumhersteller geraten zunehmend unter Druck.

Massenentlassungen und Sparprogramme

Parallel zu den Gewinneinbrüchen reagieren die Konzerne mit drastischen Sparmaßnahmen. Der Volkswagen-Konzern plant, bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze abzubauen. Allein bei der Kernmarke VW sollen 35.000 Stellen in Deutschland wegfallen.

Auch bei Audi und Porsche stehen Stellenstreichungen an.

  • Audi: bis zu 7.500 Jobs weniger bis 2029

  • Porsche: rund 3.900 Stellen sollen wegfallen

Der Hintergrund: steigende Kosten, sinkende Nachfrage und enorme Investitionen in neue Technologien. Für viele Regionen in Deutschland – besonders Niedersachsen und Baden-Württemberg – stellt das eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung dar.


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* Volkswagen VZ Aktie stand März 2026

Der Strukturwandel: Elektromobilität verändert die Branche

Ein zentraler Treiber der aktuellen Krise ist der Übergang vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität. Die EU plant, ab 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen. Für die Autohersteller bedeutet das einen radikalen Umbau ihrer Geschäftsmodelle.

Der Wandel ist teuer.

Allein Porsche musste mehrere Milliarden Euro in die Neujustierung seiner Elektrostrategie investieren. Gleichzeitig zeigen sich Probleme bei der Nachfrage: In China beispielsweise verkauft sich der Elektro-Sportwagen Taycan deutlich schlechter als erwartet. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Elektroautos benötigen deutlich weniger Bauteile als Verbrenner. Dadurch sinkt langfristig der Bedarf an Arbeitskräften in der Produktion.

Viele der aktuellen Stellenstreichungen sind daher auch eine Vorbereitung auf diese neue Realität.

Konkurrenz aus China und den USA

Neben dem technologischen Wandel wächst der internationale Wettbewerbsdruck. Besonders chinesische Hersteller holen schnell auf.

Unternehmen wie BYD, Nio oder Geely profitieren von:

  • massiven staatlichen Subventionen

  • günstigeren Produktionskosten

  • schnellerer Softwareentwicklung

China ist gleichzeitig der wichtigste Absatzmarkt für viele deutsche Hersteller. Doch genau dort verlieren sie zunehmend Marktanteile. Auch in den USA entstehen neue Wettbewerber. Tesla hat gezeigt, dass ein Autohersteller heute stärker als Technologieunternehmen gedacht werden muss. Software, Batterietechnologie und digitale Dienste gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Politische und wirtschaftliche Risiken

Zusätzlich zu den strukturellen Veränderungen stehen die Hersteller vor geopolitischen Risiken.

Dazu gehören:

  • US-Importzölle auf Fahrzeuge

  • steigende Energiepreise

  • Handelskonflikte mit China

  • zunehmende Regulierung im Klimaschutz

Diese Faktoren erschweren Planung und Investitionen.

Ein Beispiel: Porsche musste einen dreistelligen Millionenbetrag an zusätzlichen Kosten durch US-Zölle verkraften.

Warum die deutsche Autoindustrie trotzdem nicht verschwinden wird

Trotz aller Probleme wäre es falsch, bereits vom Ende der deutschen Autoindustrie zu sprechen. Deutschland besitzt weiterhin mehrere strukturelle Vorteile:

  • globale Premiummarken

  • jahrzehntelange Ingenieurskompetenz

  • ein dichtes Netz aus hoch spezialisierten Zulieferern

  • starke Exportmärkte

Gerade im Premiumsegment bleiben deutsche Hersteller weltweit gefragt. Selbst in schwierigen Jahren verkaufen Unternehmen wie BMW, Mercedes oder Porsche weiterhin Millionen Fahrzeuge weltweit. Die entscheidende Frage ist daher weniger, ob die Branche überlebt, sondern wie sie sich verändert.

Fest steht: Es braucht schnellstmöglich einen handfesten Wandel, um den Abwärtstrend zu bremsen und in ein zukunftsfähiges Modell zu überführen.

Fazit

Die deutsche Autoindustrie steht vor der größten Transformation ihrer Geschichte. Mehrere Entwicklungen treffen gleichzeitig aufeinander:

  • Gewinneinbrüche bei großen Herstellern

  • massive Stellenstreichungen

  • der kostspielige Umstieg auf Elektromobilität

  • zunehmende Konkurrenz aus China

  • geopolitische Risiken und Handelskonflikte

Diese Faktoren erzeugen enormen Druck auf die Branche. Doch gleichzeitig besitzt Deutschland weiterhin starke Marken, technologische Kompetenz und eine globale Marktposition. Die kommenden zehn Jahre werden entscheiden, ob die deutsche Autoindustrie ihre Führungsrolle behaupten kann – oder einen Teil ihrer wirtschaftlichen Bedeutung verliert.

Wir werden das Thema weiter für Dich beobachten.



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Quellenverzeichnis

Manager Magazin:
Porsche: Gewinneinbruch von 95,9 Prozent in den ersten drei Quartalen, 24.10.2025.

Handelsblatt:
Porsche: Neuer Chef denkt nach Gewinneinbruch an „Modelle oberhalb des Cayenne“, 13.03.2026.

Handelsblatt:
BMW: Ergebnis fällt um mehr als elf Prozent – 2026 dürfte noch schwächer werden, 12.03.2026.

ntv / dpa:
VW-Konzern will 50.000 Jobs bis 2030 streichen, 10.03.2026.



07.03.2026 - Iran-Konflikt: 3 Wege, wie Anleger jetzt reagieren können

Iran-Konflikt: 3 Wege, wie Anleger jetzt reagieren können

Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Militärische Aktionen zwischen den USA, Israel und dem Iran sorgen für erhöhte Nervosität an den Finanzmärkten.

Der Grund dafür liegt nicht nur in der politischen Dimension des Konflikts, sondern vor allem in seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Im Zentrum steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Energie-Routen der Welt. Durch diese Meerenge fließen täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl – das entspricht etwa 19–20 % des weltweiten Ölverbrauchs..

Kommt es hier zu Störungen, hätte das unmittelbare Folgen für die Weltwirtschaft. Schon jetzt reagieren die Märkte sensibel: Seit Beginn der Eskalation ist der Ölpreis um rund 11 US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig steigen die Anleiherenditen. In den USA etwa kletterten die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen zuletzt von 3,93 % auf rund 4,13 %. (Stand 6.3.2026)

Diese Entwicklung ist problematisch für Aktienmärkte. Höhere Energiepreise treiben die Inflation, während steigende Zinsen die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen. Entsprechend nervös reagieren die Börsen: Der DAX verlor zeitweise über 1 %, während auch der S&P 500 und Nasdaq im Wochenverlauf Rückgänge verzeichneten.

Für Anleger stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie sollte man in einer solchen Situation reagieren? Im Kern lassen sich aktuell drei typische Strategien beobachten.

Szenario 1: Passiv bleiben – Buy & Hold

Viele Anleger reagieren auf geopolitische Krisen zunächst mit Passivität.

Sie bleiben investiert und setzen darauf, dass sich Märkte langfristig ohnehin wieder erholen. Historisch gesehen ist diese Strategie durchaus nachvollziehbar. Nach den meisten geopolitischen Konflikten stabilisieren sich die Märkte früher oder später wieder.

Kurzfristig kann dieser Ansatz jedoch teuer werden: Steigende Energiepreise wirken wie eine zusätzliche Steuer auf die Weltwirtschaft. Unternehmen müssen höhere Produktions- und Transportkosten tragen, während Verbraucher mehr für Energie ausgeben. Gleichzeitig steigen in solchen Phasen häufig die Kapitalmarktzinsen, was Kredite verteuert.

Diese Kombination aus höheren Kosten und steigenden Zinsen belastet typischerweise die Aktienmärkte.

Wer in dieser Phase einfach investiert bleibt, akzeptiert daher automatisch mögliche zwischenzeitliche Kursrückgänge im eigenen Depot.


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*Ölpreis (blau) im Verhältnis zum Aktienmarkt (rot) @finanzmarktwelt

Szenario 2: Konservativ absichern – Gold und Rohstoffe

Eine zweite klassische Reaktion vieler Anleger ist die Flucht in sogenannte Krisen-Assets.

Dazu gehören vor allem:

  • Edelmetalle

  • Rohstoffe

  • Energieunternehmen

Die Logik dahinter ist einfach: Wenn geopolitische Risiken steigen, profitieren häufig Rohstoffe, während Sachwerte als Inflationsschutz gelten.

Historisch lässt sich dieses Muster immer wieder beobachten. Steigende Ölpreise erhöhen die Gewinne vieler Energieproduzenten. Gleichzeitig steigen in Krisenzeiten häufig die Zuflüsse in Gold. Doch auch hier gibt es ein Problem. Viele Anleger steigen erst ein, nachdem die Preise bereits deutlich gestiegen sind.

Der Ölpreis reagiert in geopolitischen Krisen oft sehr schnell. Sobald sich der Konflikt verschärft, wird ein Risikoaufschlag eingepreist. Wer erst danach reagiert, investiert häufig in Märkte, die bereits einen großen Teil der Bewegung hinter sich haben.




Szenario 3: Aktiv Chancen nutzen – das Optionsschein-Depot

Neben passiven oder defensiven Strategien gibt es jedoch noch eine dritte Möglichkeit.

Geopolitische Krisen führen häufig zu starken kurzfristigen Marktbewegungen. Genau in solchen Phasen entstehen regelmäßig attraktive Einstiegsgelegenheiten bei Qualitätsaktien. Denn während ganze Indizes unter Druck geraten, werden häufig auch Unternehmen verkauft, deren langfristige Perspektiven unverändert stark bleiben.

Genau hier setzt das OptionsSchein-Depot (OSD) 2026 an: Am vergangenen Wochenende haben wir im TB-Seminar Online gemeinsam mit den Teilnehmern das neue Optionsschein-Depot strukturiert.

Dabei wurden 11 ausgewählte Top-Aktien analysiert und in eine klare Depotstruktur überführt. Grundlage waren fundamentale Stärke, langfristige Trends und konkrete charttechnische Einstiegsniveaus.

Die Analyse ist abgeschlossen.
Die Struktur steht.

Aus Marktsicht deutet aktuell vieles darauf hin, dass sich in der kommenden Woche strategische Einstiegsmöglichkeiten ergeben könnten.

Denn geopolitische Spannungen erzeugen häufig kurzfristige Marktverwerfungen. Genau diese Bewegungen können gezielt genutzt werden – vorausgesetzt, man hat bereits eine strukturierte Auswahl an Aktien und ein klares Vorgehen.

🚨 Der Teilnahmeschluss für das neue OptionsSchein-Depots ist der 9. März.

Damit steht Anlegern eine aktive Möglichkeit zur Verfügung, nicht nur auf Krisen zu reagieren, sondern gezielt Chancen in einem volatilen Marktumfeld zu nutzen.

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Quellenübersicht

 

  • „Irankrieg: Warum dieser Konflikt den Ölmarkt und die Weltwirtschaft erschüttern könnte“ – Finanzmarktwelt – 05.03.2026

  • „Aktienmärkte fallen – weiter steigender Ölpreis belastet“ – Finanzmarktwelt – 05.03.2026

  • „DAX unter 24.000 Punkten: Ölpreise setzen Börsen unter Druck“ – Finanzmarktwelt – 06.03.2026

  • „Gegenwind für Gold – Warum der Goldpreis trotz Iran-Krieg fällt“ – Finanzmarktwelt – 06.03.2026





22.02.2026 - Trumps neuer Mann für die Fed-Spitze: Kevin Warsh

Fassade des Federal-Reserve-Gebäudes in Washington mit Säulen und der Inschrift „Federal Reserve“, darüber eingeblendeter Schriftzug „Neuer Fed-Chef – Kevin Warsh“, Bildquelle: Bloomberg.

Wir hatten Euch in unseren wöchentlichen Webinaren und Intermarket-Analysen bereits informiert: Der frühere Notenbankdirektor Kevin Warsh soll Nachfolger von US-Zentralbankchef Jerome Powell werden. Dies gilt als das wichtigste Notenbank-Amt der (nicht nur Börsen-)Welt.

-> Montags-Webinare
-> Intermarket-Analysen

Doch wer ist er eigentlich und wofür steht er? Es ist definitiv die Geschichte eines Comebacks: Donald Trump hat den 55 Jahre alten New Yorker Juristen in diesem Monat für das Amt nominiert, das Powell im Mai dieses Jahres abgibt. Warsh gehörte zu Powells schärfsten Kritikern, womit er auch das Vertrauen des Präsidenten gewann.

Bewegter Lebenslauf und KI-Fan

Kevin Warsh war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve und agierte während der Finanzkrise im engen Einvernehmen mit dem damaligen Fed-Chef Ben Bernanke. Dieser hob Warshs wichtige Rolle als Kontaktperson zu den Wall-Street-Banken in jener Krisenphase hervor. 2011 verließ Warsh die Federal Reserve. Später ließ er durchblicken, dass ihn die Weigerung seiner Kollegen verärgert habe, die unkonventionelle Geldpolitik in Form groß angelegter Anleihekäufe (Quantitative Lockerung) zu beenden. Als Warsh seinerzeit die Notenbank verließ, um als Senior Fellow zur Denkfabrik Hoover Institution zu wechseln, galt er als geldpolitischer Falke. Seine Rhetorik hat sich seither deutlich verändert – vor allem in jüngerer Zeit. Ein zentrales Motiv in Warshs öffentlichen Beiträgen und Interviews ist sein Optimismus gegenüber Künstlicher Intelligenz. Ihr billigt er die Kraft zu, die Inflation in Schach zu halten. „KI wird eine bedeutende disinflationäre Kraft sein, die die Produktivität steigert und die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten stärkt“, schrieb Warsh in einem Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“.

Harsche Kritik am Kurs von Powell

Zugleich mauserte sich Warsh zu einem harschen Kritiker der Federal Reserve und ihres Vorsitzenden. „Inflation ist eine Frage der Entscheidung – und die Bilanz der Federal Reserve unter ihrem Vorsitzenden Jerome Powell ist die einer Reihe unkluger Entscheidungen“, schrieb er im selben Beitrag. Die Notenbank müsse sich von dem Dogma lösen, Inflation entstehe dann, wenn die Wirtschaft zu stark wachse und Arbeitnehmer zu gut bezahlt würden. Stattdessen könne die aufgeblähte Fed-Bilanz, die zur Stützung der größten Unternehmen in einer vergangenen Krisenepoche geschaffen worden sei, deutlich verkleinert werden. „Dieser finanzielle Spielraum kann in Form niedrigerer Zinsen neu eingesetzt werden, um private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen“, so Warsh.

Meinungsstarker Medienprofi

In Fernsehinterviews machte sich Warsh zudem über veraltete ökonomische Modelle aus den Siebzigerjahren lustig, auf denen die Federal Reserve ihre geldpolitischen Entscheidungen stütze. Er wirft der Notenbank vor, durch die schleichende Aneignung neuer Zuständigkeiten und Ausflüge in politische Felder wie Klimawandel oder Ungleichheit ihre Unabhängigkeit zu gefährden und ihre Kernmission zu vernachlässigen. Den Höhepunkt dieser Kritik markierte eine Rede am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds im vergangenen Jahr. Dort sagte Warsh, die Probleme der Welt entstünden „innerhalb der vier Wände unserer wichtigsten wirtschaftlichen Institutionen“. US-Zentralbanker bezeichnete er als „verwöhnte Prinzen“, die wegen ihres Versagens bei der Eindämmung der Inflation „Tadel“ verdienten.

Die kürzeren Abstände zwischen seinen kritischen Reden über die Fed und ihre Führung lassen sich als strategische Positionierung im Bewerbungsverfahren um das höchste geldpolitische Amt deuten. Einer klassischen Vollzeitbeschäftigung ist Warsh seit seinem Ausscheiden aus der Federal Reserve nicht nachgegangen. Nach Angaben der Hoover Institution, für die er als Visiting Fellow forscht, sitzt er im Verwaltungsrat von UPS sowie von Coupang, dem führenden südkoreanischen E-Commerce-Unternehmen. Zudem gehört er dem Beratergremium des Congressional Budget Office (CBO) an.

„Kevin allein zu Haus“?

Warum Warsh sich letztlich gegen andere Anwärter auf die Fed-Führung durchgesetzt haben soll, ist nicht ganz klar. Bis vor Kurzem galten sowohl US-Ökonom Kevin Hassett als auch BlackRock-Manager Rick Rieder als Favoriten. Allerdings wurde bekannt, dass Rieder neben republikanischen Kandidaten auch demokratische Politiker mit Wahlkampfspenden unterstützt hatte, Trumps Kampagnen jedoch nie finanziell förderte. Solche Details nimmt Trump zur Kenntnis.

In dieser Hinsicht dürfte Warsh bessere Karten gehabt haben. Sein Schwiegervater ist der Milliardär Ronald Lauder, Erbe des Kosmetikkonzerns Estée Lauder. Lauder ist Trump nicht nur durch hohe Spenden verbunden, sondern auch als Ratgeber. Er soll dem Präsidenten einst den Gedanken nahegebracht haben, Grönland zu übernehmen. Für Warsh spricht zudem seine Telegenität, die er nicht nur in Fernsehinterviews unter Beweis stellt. Im Hollywood-Spielfilm „Too Big to Fail“ erscheint Warsh als junger Fed-Gouverneur, der sich ernste Sorgen um Morgan Stanley macht und handelt. Ein meinungsstarker Mann der Tat?


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* Unterschiede der globalen Geldpolitik 2026: Einordnung wichtiger Zentralbanken zwischen „dovish“ und „hawkish“. Quelle: John Kicklighter

Ein Blick auf die Zinskurve und das gerade veröffentlichte Protokoll der letzten FED-Sitzung (FOMC) verheißt Spannung: Die Währungshüter schließen sogar Zinserhöhungen (!) nicht aus, obwohl sich die FOMC zusammen mit der Bank of England im „hawkischen“, also vergleichsweise hohen Territorium der weltweiten Leitzinsen befindet (s. Grafik) – das wäre keine gute Nachricht für wachstumsorientierte und kreditintensive US-Technologie-Unternehmen und wird gleich zur ersten Bewährungsprobe für Kevin Warsh werden.

Eine reibungslose Bestellung ist gleichwohl nicht zu erwarten. Warsh muss vom Senat bestätigt werden – ein Verfahren, das durch eine laufende Untersuchung des Justizministeriums gegen die Notenbank zusätzlich erschwert wird. Wir werden Euch im TB-Service, wie Ihr es gewohnt seid, natürlich auf dem Laufenden halten!

-> TB-Service
-> TB-Kundenseminar


Quellen

 

  1. Der Spiegel:
     https://www.spiegel.de/wirtschaft/fed-donald-trump-nominiert-kevin-warsh-als-neuen-chef-der-us-zentralbank-a-8534e4f4-b5ae-4fa6-9157-d9cbdac69c81

  2. Die Zeit:
     https://www.zeit.de/politik/2026-01/us-zentralbank-fed-kevin-warsh-donald-trump-nachrichtenpodcast

  3. LBBW:
     https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen/kmd-fed-chef-trump-nominiert-kevin-warsh_amctf1tavx_d.html

  4. Cicero:
     https://www.cicero.de/wirtschaft/neuer-fed-chef-kevin-warsh-ein-falke

  5. WirtschaftsWoche:
     https://www.wiwo.de/politik/ausland/kevin-warsh-wird-neuer-fed-chef-was-ist-von-ihm-zu-erwarten/100196085.html

  6. Handelsblatt:
     https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/notenbank-trumps-wunschkandidat-koennte-als-fed-chef-fuer-steigende-zinsen-sorgen/100198232.html

  7. Die Welt:
     https://www.welt.de/politik/ausland/article697ec044fa531953d521786b/usa-republikanischer-senator-blockiert-trumps-kandidat-fuer-die-notenbank-seine-stimme-entscheidet.html


    04.01.2026 - Konsumschwäche trifft Aktienkurse der Konsumkonzerne hart

    Konsumschwäche trifft Aktienkurse der Konsumkonzerne hart

    Egal bei welchen Konsumkonzernen wir hinschauen (z. B. Procter & Gamble, PepsiCo, Nike): Die Aktienkurse fallen seit Mitte 2024, und selbst starke Marken bekommen die Konsumschwäche deutlich zu spüren. Die Umsätze stagnieren, und den Konzernen weht ein kalter Wind entgegen – besonders im Kern- und Heimatmarkt USA. Seit 2021 sind die Verbraucherausgaben laut VISA in den USA unterdurchschnittlich. Es gibt mehrere Gründe, die wir hier genauer betrachten wollen.

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    Abbildung:  Wochenperformance ausgewählter US-Konsumkonzerne: Colgate-Palmolive, Clorox und Kimberly-Clark.

    Preissteigerungen, Inflation und Shrinkflation

    Die letzten großen Preissteigerungen der Coronazeit von 2020 bis 2022 führten durch die allgemeine Inflation und gestörte Lieferketten zu hohen Preisen, die teilweise nur mit Tricks an die Verbraucher weitergegeben werden konnten – häufig in Form von Shrinkflation. Dabei bleibt zwar der Preis eines Produktes gleich, der Inhalt wird jedoch reduziert, teilweise sogar bei gleich großer Verpackung. Gerade bei Produkten wie Kartoffelchips oder Waschmitteln ist der günstige Preis ein entscheidendes Kaufkriterium, sodass selbst kleine Preis- oder Mengenänderungen direkte Auswirkungen auf die Nachfrage haben.


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    Abbildung: Shrinkflation im Alltag: Trotz gleichbleibendem Preis schrumpft der Inhalt vieler Markenprodukte – besonders bei Konsumgütern wie Kartoffelchips wird dies für Verbraucher zunehmend spürbar.

    Sinkende Kaufkraft und verändertes Konsumverhalten

    Die knappen Verbraucherkassen, verursacht durch Inflation, hohe Mieten und steigende Zinsen, führen dazu, dass die Menschen weniger verfügbares Einkommen haben und ihre Ausgaben stärker einschränken. Sie geben weniger Geld für Freizeit, Reisen und Premium-Produkte aus, achten stärker auf Preise, vergleichen Angebote und nutzen vermehrt Sonderaktionen.

    Gleichzeitig greifen Konsumenten zunehmend zu günstigen Hausmarken der Supermärkte, da sie preiswerte Alternativen zu Markenprodukten suchen – insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs. Die Markentreue sinkt, solange die Qualität der Eigenmarken akzeptabel bleibt. Hersteller bekannter Marken verlieren dadurch Marktanteile im Niedrig-Preis-Segment, während Supermarktketten von höheren Margen auf ihre Eigenmarken profitieren und ihr Sortiment weiter ausbauen.

    Steigende Energiekosten durch KI-Boom

    Auch die rasante KI-Entwicklung wirkt sich zunehmend auf die US-Verbraucher aus. Während Strom und Benzin in den USA lange als günstig galten, zwingt das wachsende KI-Wettrennen der Techkonzerne die Energieversorger, große Teile ihrer Kapazitäten Rechenzentren zur Verfügung zu stellen.

    In einzelnen Regionen bedeutet das, dass Städte wie Teile von Ohio im Notfall Haushalten den Strom abschalten müssen. Viele Verbraucher erhalten Warnungen, ihre Klimaanlagen zu drosseln, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. Wer sie dennoch nutzt, sieht sich teilweise mit Stromrechnungen von mehreren hundert Dollar konfrontiert.

    Die Preissteigerungen fallen regional sehr unterschiedlich aus: In manchen Bundesstaaten sind die Stromkosten innerhalb eines Jahres um 30 % bis 40 % gestiegen, obwohl das nationale Durchschnittsniveau noch vergleichsweise niedrig erscheint. Unterm Strich finanzieren private Haushalte damit indirekt die ambitionierten KI-Projekte der Techkonzerne – während sie selbst mit steigenden Kosten, möglichen Abschaltungen und wachsender Unsicherheit über ihre Energieversorgung leben müssen.

     

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    Abbildung: Entwicklung der US-Strompreise für private Haushalte auf Basis von Daten der U.S. Energy Information Administration (EIA).

    Lieferketten, Zölle und zusätzliche Unsicherheit

    Zusätzlich verschärfen fragile Lieferketten und Zölle die Lage weiter. Schwankende Produktverfügbarkeit sorgt für Unsicherheit beim Kauf, während Preisschwankungen bei importierten Waren die Budgets der Verbraucher zusätzlich belasten. Unternehmen sind gezwungen, höhere Lagerbestände aufzubauen oder alternative Beschaffungsquellen zu erschließen.

    Zölle erhöhen die Gesamtkosten, die häufig an die Endkunden weitergegeben werden. Dadurch steigt die Preis-Sensitivität der Verbraucher weiter, was den Druck auf Konsumkonzerne zusätzlich verstärkt.

    Fazit

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Preis-Sensitivität der Verbraucher deutlich steigt, da das verfügbare Einkommen schrumpft und laufende Kosten – insbesondere für Energie – zunehmen. Unternehmen reagieren darauf, indem sie ihren Produktmix anpassen, verstärkt auf preisgünstige Eigenmarken setzen, in Energie- und Kosten­effizienz investieren und ihre Lieferketten diversifizieren, um widerstandsfähiger zu werden.

    Auch die großen Konsumkonzerne haben diese Herausforderungen erkannt und reagieren mit Umstrukturierungen sowie einer Reduktion ihrer Ausgaben.

     


     Quellen