Rohöl Brent im Big Picture – Ölpreis, Kennzahlen und Saisonalität
Rohöl der Sorte Brent in US-Dollar
Öl ist der wichtigste Rohstoff der Weltwirtschaft. Es treibt Verkehr, Industrie und Chemie an, und sein Preis steckt in fast allem, was produziert und transportiert wird. Brent ist die Referenzsorte aus der Nordsee und der Maßstab für den Großteil des weltweit gehandelten Öls. Gehandelt wird Brent an der ICE in London in US-Dollar je Barrel, einem Fass von 159 Litern. Das amerikanische Gegenstück ist die Sorte WTI.
Brent im Big Picture
Die Grafik zeigt den Brent-Preis in US-Dollar je Barrel, die Kästen rechnen die Kennzahlen in Euro. Darunter stehen die Rückgänge vom jeweiligen Hoch der letzten zwölf Monate. Wir aktualisieren die Grafik regelmäßig.
Seit 1988 kommt Brent in Euro auf 5,10 Prozent pro Jahr, mit Rückgängen von bis zu 81 Prozent. Der Ölpreis ist der Krisenmarkt schlechthin: 1990 trieb der Golfkrieg den Preis in wenigen Wochen nach oben, 1998 fiel er in der Asienkrise auf rund 10 US-Dollar. Im Juli 2008 stand Brent bei fast 150 US-Dollar, im April 2020, mitten im Corona-Stillstand, bei unter 20. Dieses Hoch von 2008 ist bis heute nicht wieder erreicht. Im Frühjahr 2026 trieben der Krieg um den Iran und die Blockade der Straße von Hormus den Preis innerhalb weniger Wochen von rund 60 auf über 100 US-Dollar.
Was den Ölpreis bewegt
Auf der Angebotsseite stehen die Förderquoten der OPEC und ihrer Partner, die Schieferölproduktion in den USA und die Lage in den Fördergebieten vom Persischen Golf bis Russland. Auf der Nachfrageseite zählen die Weltkonjunktur und vor allem China als größter Ölimporteur. Dazu kommen die Lagerbestände und der US-Dollar, in dem Öl abgerechnet wird. Auf Monatsbasis lief Brent seit 1988 eng mit dem CRB-Index (Korrelation 0,64), mit europäischen Öl- und Gasaktien mit 0,45 und mit dem S&P 500 kaum (0,11).
Für die anderen Märkte ist der Ölpreis ein Frühindikator. Steigt er stark, steigen die Inflation und mit ihr die Zinserwartungen. Das belastet Anleihen und viele Aktien, vor allem Branchen mit hohem Energieverbrauch wie Chemie, Fluggesellschaften und Transport.
Saisonalität: die Monatsmatrix
Die Monatsmatrix zeigt jede Monatsrendite seit 1988. Das Frühjahr war im Mittel die stärkste Phase, März und April allen voran, der April war in sechs von zehn Jahren positiv. Oktober bis Dezember fielen im Mittel schwächer aus. Saisonale Muster sind für uns eine Vorarbeit: Wir prüfen sie immer zusammen mit Trend und Marktumfeld.
Rohstoffe, Währungen, Anleihen und Aktien beeinflussen sich gegenseitig. Diese Zusammenhänge verfolgen wir Woche für Woche in unseren Intermarket-Analysen und ordnen die Lage zusätzlich über unsere Crash-Indikatoren ein. Mehr zu den TB-Intermarket-Analysen
Weitere Märkte im Big Picture: CRB-Index, Öl und Gas, US-Dollar, Kupfer, Gold.
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Daten
Brent-Rohöl in US-Dollar je Barrel, ISIN XC0009677409. Die Kennzahlen im Big Picture sind in Euro gerechnet, die Monatsmatrix in US-Dollar.

