Gold im Big Picture – Kennzahlen, Saisonalität und Gold im TB-Fundament
Gold in US-Dollar (XAU/USD)
Gold ist knapp, praktisch unvergänglich und steht für sich selbst, ohne das Zahlungsversprechen eines Staates oder einer Bank. Deshalb hat es über Jahrtausende seinen Platz als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel behalten. Bezahlt wird heute kaum noch mit Gold, seine monetäre Rolle ist trotzdem geblieben: Notenbanken auf der ganzen Welt halten Gold als Reserve und haben ihre Bestände in den letzten Jahren deutlich aufgestockt.
Gehandelt wird Gold weltweit in US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Im Kürzel XAU/USD steht XAU für Gold, angelehnt an das lateinische Aurum.
Im Video ordnen wir die drei großen Treiber des Goldpreises ein: die Käufe der Zentralbanken, den Realzins und die wachsenden Staatsschulden.
Gold im TB-Fundament
In unserer TB-Vermögenspyramide gehört Gold ins Fundament, die stabile Basis des Vermögens. Wir halten dort einen festen Anteil von etwa 8 bis 12 Prozent als Schutz vor Inflation, Währungsrisiken und geopolitischen Erschütterungen. Einmal gekauft, bleibt dieses Gold in der Regel im Bestand. Welche Produkte wir dafür selbst nutzen, zeigen wir unseren Mitgliedern in einem eigenen Beitrag: Gold im Fundament (für TB-Mitglieder).
Gold im Big Picture
Die Grafik zeigt den Goldpreis in US-Dollar, die beiden Kästen rechnen die Kennzahlen für einen Anleger aus dem Euroraum in Euro. Darunter stehen die Rückgänge vom jeweiligen Hoch der letzten zwölf Monate. Wir aktualisieren die Grafik regelmäßig.
Seit 1979 kommt Gold in Euro auf 6,73 Prozent pro Jahr, seit 2000 sogar auf 10,19 Prozent. Der Weg dahin war alles andere als gerade. Nach dem Hoch im Januar 1980 fiel der Goldpreis in US-Dollar bis 1999 um rund 70 Prozent und brauchte bis 2008, um das alte Hoch wieder zu erreichen. Von 2011 bis Ende 2015 ging es noch einmal um 45 Prozent abwärts. Gold ist damit ein Baustein für Anleger, die lange Zyklen aushalten und den Erhalt ihrer Kaufkraft im Blick haben.
Was den Goldpreis bewegt
Der wichtigste Zinsfaktor ist der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation. Steigt er, werden verzinste Anlagen attraktiver und Gold gerät unter Druck. Sinkt er oder wird er negativ, fließt Kapital ins Gold. Dazu kommen die Käufe der Notenbanken, die ihre Reserven breiter aufstellen, und der US-Dollar: Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Auf Monatsbasis lief Gold seit 1973 praktisch unabhängig vom S&P 500 (Korrelation 0,02), sehr eng dagegen mit den Goldminen im NYSE Arca Gold Bugs Index (0,78 seit 1996).
In einem Crash kann Gold kurzfristig mitfallen. Wer Verluste an anderer Stelle ausgleichen oder Nachschussforderungen bedienen muss, verkauft zuerst, was sich schnell in Bargeld verwandeln lässt, und Gold gehört zu den liquidesten Anlagen der Welt. Dieser Effekt hält meist nur kurz an. Danach übernimmt Gold wieder seine Rolle als Wertspeicher.
Saisonalität: die Monatsmatrix
Die Monatsmatrix zeigt jede Monatsrendite des Goldpreises in US-Dollar seit 1974. Im Mittel waren Januar, September und August die stärksten Monate, März und Juni die schwächsten. In sechs von zehn Jahren schloss Gold im Plus. Saisonale Muster sind für uns eine Vorarbeit: Wir prüfen sie immer zusammen mit Trend und Marktumfeld.
Wie sich saisonale Phasen mit klaren Regeln handeln lassen, zeigen wir im Börse-KnowHow: Gold im Sommer – Alternativen. Für TB-Mitglieder stehen dort auch Gold im Sommer und Gold im Winter. Der Trader steigt in diesen Phasen gezielt ein und wieder aus, der Investor nutzt sie, um sein Fundament diszipliniert auszubauen.
Gold, Saisonalität und Systemvertrauen: im Gespräch mit Dimitri Speck
Im Mai 2025 haben wir mit Dimitri Speck ein TB-Webinar zu Gold, Saisonalität und dem Geldsystem geführt. Dimitri Speck gehört zu den bekanntesten Experten für Saisonalität und Edelmetalle. Wir sprechen über die Käufe der Zentralbanken, Realzinsen, die Abkehr vom Dollar als einziger Reservewährung und darüber, wie sich saisonale Muster systematisch nutzen lassen. Seine Kernaussage: Gold reagiert früh auf Veränderungen im Geldsystem, und gerade deshalb lohnt sich ein systematisches Vorgehen.
Mit Seasonax, der Saisonalitäts-Plattform von Dimitri Speck, arbeiten wir seit Jahren. Mehr zu unserer Partnerschaft mit Seasonax
Gold: Rohstoff oder Währung?
Chemisch ist Gold ein Edelmetall mit der Ordnungszahl 79 und dem Elementsymbol Au. Anders als Öl oder Kupfer wird es kaum verbraucht. Es wird gehortet, als Schmuck getragen und über Generationen weitergegeben. Für uns ist Gold deshalb ein Zwitter zwischen Geld und Rohstoff, im Kern aber mehr Geld als Ware.
Den Wendepunkt markiert das Jahr 1971: Die USA beendeten die Einlösung von Dollar in Gold, das System von Bretton Woods war damit Geschichte. Seitdem ist Geld nicht mehr an Gold gebunden und kann in beliebiger Menge geschaffen werden. Gold dient seitdem vielen Anlegern und Notenbanken als Anker jenseits von Schuldversprechen.
Rohstoffe, Währungen, Anleihen und Aktien beeinflussen sich gegenseitig. Diese Zusammenhänge verfolgen wir Woche für Woche in unseren Intermarket-Analysen und ordnen die Lage zusätzlich über unsere Crash-Indikatoren ein. Mehr zu den TB-Intermarket-Analysen
Weitere Märkte im Big Picture: Silber, Goldminen (NYSE Arca Gold Bugs), Platin, Palladium, Euro in US-Dollar, US-Dollar.
Weiterlesen im TB-Blog
- Gold-Psychologie
- Ist alles Goldmine, was glänzt?
- Inflation frisst Kaufkraft: was Anleger aus 50 Jahren Geschichte lernen
Live dabei im Montags-Webinar
Jeden Montag ab 18 Uhr besprechen wir im kostenfreien Montags-Webinar die Marktlage, Rohstoffe, Währungen und Risiken sowie unsere systematischen Strategien. Deine Fragen beantworten wir direkt im Webinar. Zur Anmeldung für das Montags-Webinar
Daten
Gold Feinunze in US-Dollar (Spot), ISIN XC0009655157. Die Kennzahlen im Big Picture sind in Euro gerechnet, die Monatsmatrix in US-Dollar.

