Euro in US-Dollar (EUR/USD) im Big Picture – Kennzahlen, Ereignisse, Saisonalität
Der Euro: Währung der Wirtschafts- und Währungsunion
Der Euro ist die gemeinsame Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Ausgegeben wird er von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, die für den ganzen Euroraum die Geldpolitik bestimmt. Seit dem Beitritt Bulgariens Anfang 2026 zahlen 21 EU-Staaten mit dem Euro, dazu einige kleinere Staaten wie Monaco, San Marino und der Vatikan. Nach dem US-Dollar ist der Euro die zweitwichtigste Reservewährung der Welt.
Den Namen „Euro“ legte der Europäische Rat im Dezember 1995 fest. Am 1. Januar 1999 startete der Euro als Buchgeld, der Umrechnungskurs zur D-Mark wurde auf 1,95583 D-Mark je Euro festgelegt. Seit dem 1. Januar 2002 gibt es Euro-Münzen und -Banknoten. Die Münzen tragen eine gemeinsame Vorderseite und eine landestypische Rückseite.
EUR/USD im Big Picture
Die Grafik zeigt, wie viele US-Dollar ein Euro kostet. Vor 1999 steht dort der rechnerische Kurs der Korbwährung ECU, die der Euro im Verhältnis 1:1 abgelöst hat. Die Kästen rechnen aus Sicht eines Dollar-Anlegers, der Euro hält. Wir aktualisieren die Grafik regelmäßig.
Der Euro startete bei 1,18 US-Dollar und fiel schon im Oktober 2000 auf 0,82. Im Juli 2008 stand er mit fast 1,60 auf seinem Rekord. Im September 2022, mitten in der Energiekrise und der Zinswende der Notenbanken, rutschte er unter die Parität und kostete weniger als einen Dollar. Über die ganze Strecke seit 1999 hat sich der Kurs kaum bewegt (minus 0,18 Prozent pro Jahr), dazwischen lagen Ausschläge von bis zu 40 Prozent.
Die großen Ereignisse im Wechselkurs
Wechselkurse spiegeln Vertrauen, Zinsen und Wirtschaftskraft. Die Grafik ordnet die großen Ereignisse seit 1979 ein, von der zweiten Ölkrise über die Einführung des Euro, die Finanz- und die Eurokrise bis zum Krieg in der Ukraine, dem Zollstreit mit den USA und dem Iran-Krieg 2026. Grün markiert sind die Stationen des Euro selbst.
Was den Euro-Dollar-Kurs bewegt
Den größten Einfluss hat der Zinsabstand zwischen den USA und dem Euroraum. Steigen die Zinsen in den USA schneller, fließt Kapital in den Dollar und der Euro wird schwächer. Dazu kommen das Wirtschaftswachstum beider Räume, die Handelsbilanzen, die Energiepreise, auf die Europa als Importeur stark reagiert, und das Vertrauen in die Währungsunion selbst. In Krisen sucht das Kapital meist den Dollar als sicheren Hafen. Auf Monatsbasis lief EUR/USD seit 1979 am engsten mit dem Goldpreis (Korrelation 0,35): Ein schwacher Dollar stützt beide.
Saisonalität: die Monatsmatrix
Die Monatsmatrix zeigt jede Monatsrendite von EUR/USD seit 1979. Der Dezember war im Mittel der stärkste Monat für den Euro und in fast zwei von drei Jahren positiv, der Januar dagegen der schwächste. Die Ausschläge einzelner Monate sind bei Währungen deutlich kleiner als bei Aktien und Rohstoffen. Saisonale Muster sind für uns eine Vorarbeit: Wir prüfen sie immer zusammen mit Trend und Marktumfeld.
Rohstoffe, Währungen, Anleihen und Aktien beeinflussen sich gegenseitig. Diese Zusammenhänge verfolgen wir Woche für Woche in unseren Intermarket-Analysen und ordnen die Lage zusätzlich über unsere Crash-Indikatoren ein. Mehr zu den TB-Intermarket-Analysen
Weitere Märkte im Big Picture: US-Dollar, Devisenhandel: Grundlagen, Gold, EuroStoxx 50, DAX.
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Daten
Euro in US-Dollar (EUR/USD), ISIN EU0009652759; vor 1999 rechnerischer Kurs der ECU.


