Automobilaktien und Zulieferer – die Branche im Big Picture
Automobilaktien und Zulieferer im Überblick
Der STOXX Europe 600 Automobiles & Parts bündelt die europäischen Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer. Dazu gehören Pkw- und Nutzfahrzeughersteller wie Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, Stellantis oder Ferrari ebenso wie Zulieferer für Reifen, Elektronik und Antriebstechnik, etwa Michelin oder Continental. Das Schwergewicht des Index liegt in Deutschland, Frankreich und Italien.
Für uns ist die Branche aus zwei Gründen wichtig: Sie reagiert früh auf Veränderungen der Konjunktur, und sie hat großes Gewicht im deutschen Aktienmarkt. Wir haben die Monatsrenditen seit 1988 statistisch ausgewertet. Der Sektor und der DAX bewegen sich sehr eng miteinander (Korrelation von 0,82).
Die Automobilbranche im Big Picture
Die Grafik zeigt den Performance-Index mit reinvestierten Dividenden seit 1987. Darunter stehen die Rückgänge vom jeweiligen Hoch der letzten zwölf Monate. Die beiden Kästen fassen die Kennzahlen seit 1987 und seit 2009 zusammen. Wir aktualisieren die Grafik regelmäßig.
Auffällig sind die tiefen Einschnitte. Zwischen 1998 und 2003 verlor der Sektor gut 60 Prozent, in der Finanzkrise 2007 bis 2009 rund 65 Prozent und von 2018 bis zum Corona-Tief im März 2020 knapp 60 Prozent. Bis zum nächsten Hoch vergingen danach jeweils ein bis gut vier Jahre. Über die gesamte Strecke liegt die Rendite unter der des DAX, die Schwankungen liegen deutlich darüber. Wer hier investiert oder handelt, braucht deshalb vorher einen klaren Plan für die Größe der Position und für den Ausstieg.
Warum Autoaktien als Zykliker gelten
Ein Auto ist eine große Anschaffung, die Haushalte und Unternehmen verschieben, wenn es wirtschaftlich enger wird. Absatz und Gewinne der Hersteller hängen deshalb stark an Konjunktur, Zinsen und Kreditkosten. Dazu kommen Rohstoff- und Energiepreise, Wechselkurse, Handelskonflikte und Zölle sowie der Umbau zur Elektromobilität mit hohen Investitionen und neuer Konkurrenz aus China. Die Branche zählt damit zu den klassischen Zyklikern.
Wir nutzen den Sektor deshalb auch als Frühindikator. Dreht er deutlich nach unten, prüfen wir genauer, ob sich die Lage am Gesamtmarkt eintrübt.
Saisonalität: die Monatsmatrix der Automobilaktien
Die Monatsmatrix zeigt jede Monatsrendite seit 1988. Im Mittel waren Februar und April die stärksten Monate, August und September die schwächsten. Der September lag nur in gut einem Drittel der Jahre im Plus. Saisonale Muster sind für uns eine Vorarbeit: Wir prüfen sie immer zusammen mit Trend und Marktumfeld.
So ordnen wir die Branche bei TradingBrothers ein
Branchen und Sektoren verfolgen wir laufend in unseren Intermarket-Analysen. Dort zeigen wir in Ranglisten nach relativer Stärke, welche Branchen gerade führen und welche zurückfallen, und ordnen die Lage zusätzlich über unsere Crash-Indikatoren ein. Mehr zu den TB-Intermarket-Analysen
Weiterlesen im TB-Blog
- Ist die deutsche Autoindustrie am Ende?
- Volkswagen vs. BYD: Das Duell um die Zukunft der Autoindustrie
- VW in der Krise: Die bittere Wahrheit über die Zukunft des Konzerns
Live dabei im Montags-Webinar
Jeden Montag ab 18 Uhr besprechen wir im kostenfreien Montags-Webinar die Marktlage, Branchen und Risiken sowie unsere systematischen Strategien. Deine Fragen beantworten wir direkt im Webinar. Zur Anmeldung für das Montags-Webinar
Daten zum Index
STOXX Europe 600 Automobiles & Parts: Kursindex ISIN EU0009658681 (Symbol SXAP), Performance-Index mit reinvestierten Dividenden ISIN EU0009658699 (Symbol SXAR). Aktuelle Daten beim Indexanbieter: STOXX Europe 600 Automobiles & Parts

