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TradingBrothers Blog

29.03.2026 - Oracle: Eine gefährliche Wette auf die Zukunft oder das neue NVIDIA?

Modernes Rechenzentrum mit langen Reihen von Server-Racks, blau beleuchtet, im Vordergrund der Schriftzug Oracle sowie die Überschrift „Zukunft oder Gefahr? Unsere Analyse“ im oberen Bereich des Bildes.

Der KI-Boom hat eine neue Phase erreicht. Es geht nicht mehr nur um Software oder Chips, sondern um die Infrastruktur dahinter. Genau hier positioniert sich Oracle aktuell neu – mit einer Strategie, die enorme Chancen bietet, aber gleichzeitig erhebliche Risiken birgt. Die zentrale Frage lautet: Wird Oracle zum nächsten NVIDIA – oder baut das Unternehmen gerade ein System, das nur unter perfekten Bedingungen funktioniert?

Der Wandel: Vom Softwareanbieter zum Infrastruktur-Investor

Oracle verfolgt ein klares Ziel: Bis 2027 soll der Umsatz auf rund 90 Milliarden US-Dollar steigen. Dafür wird das Geschäftsmodell massiv in Richtung Cloud- und KI-Infrastruktur verschoben. Die operative Entwicklung zeigt zunächst Stärke. Neue Partnerschaften, etwa mit KI-Unternehmen wie Veritone, bringen zusätzliche Workloads auf die eigene Cloud. Gleichzeitig baut Oracle seine physische Infrastruktur aggressiv aus und schafft neue Kapazitäten für rechenintensive Anwendungen.

Doch entscheidend ist: Dieses Wachstum basiert nicht nur auf bestehender Nachfrage, sondern auf Erwartungen an die Zukunft. Ab Sommer 2025 ging es mit der Aktie 190% nach oben und dann mit dem Fahrstuhl wieder 60% runter!
Oracle Chart
 

Die Dimension der Investitionen

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Oracle ein Investitionsprogramm von rund 50 Milliarden US-Dollar gestartet, das vollständig auf den Ausbau von Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten ausgerichtet ist. Ein konkretes Beispiel zeigt die Größenordnung: Ein geplantes Rechenzentrum in Texas umfasst rund 700 Megawatt Leistung. Das entspricht dem Strombedarf einer mittelgroßen Stadt und zeigt, wie stark Oracle auf Skalierung setzt. Parallel dazu weist das Unternehmen einen enormen Auftragsbestand aus: Rund 553 Milliarden US-Dollar an nicht realisierten Vertragsvolumina (RPO) sollen zukünftige Umsätze sichern.

Auf den ersten Blick wirkt das wie ein starkes Fundament. In der Praxis entsteht jedoch ein anderes Bild.

Das Kernproblem: Timing zwischen Kosten und Umsatz

Der Aufbau von KI-Infrastruktur folgt einer klaren Logik: Kosten entstehen sofort – Umsätze erst später.

Oracle investiert heute Milliarden in:

  • Rechenzentren
  • Energieversorgung
  • Hardware und Infrastruktur

Die Monetarisierung erfolgt jedoch zeitverzögert. Verträge müssen erst umgesetzt, Kapazitäten ausgelastet und Leistungen tatsächlich abgerechnet werden. Genau hier liegt das Risiko: Wenn sich die Nachfrage verzögert oder schwächer ausfällt als erwartet, entsteht ein massiver Druck auf Cashflow und Profitabilität.

Abhängigkeit von wenigen Großkunden

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Struktur der Nachfrage. Der KI-Markt wird aktuell von wenigen großen Playern dominiert. Ein Beispiel zeigt die Dynamik: Ein geplanter Rechenzentrumsstandort wurde nicht wie ursprünglich vorgesehen genutzt, sondern von einem anderen Großkunden übernommen. Solche Verschiebungen zeigen, dass Kapazitäten kurzfristig umverteilt werden können.

Für Oracle bedeutet das: Ein erheblicher Teil der erwarteten Auslastung hängt von wenigen Großkunden ab. Fällt ein Kunde weg oder verschiebt seine Nutzung, hat das direkte Auswirkungen auf Milliardeninvestitionen.


Oster-Aktion_TB.png

Warum Oracle nicht NVIDIA ist

Der Vergleich mit NVIDIA liegt nahe, greift jedoch zu kurz.

NVIDIA profitiert aktuell von:

  • Sofortiger Nachfrage nach Chips
  • Hoher Marge
  • Direkter Monetarisierung

Oracle hingegen befindet sich in einer anderen Phase:

  • Kapitalintensiver Aufbau der Infrastruktur
  • Zeitverzögerte Umsätze
  • Hohe Fixkosten durch Rechenzentren

Das bedeutet:
Oracle trägt das Risiko vor dem Ertrag – NVIDIA verdient bereits daran.

Das eigentliche Szenario: Wann wird es kritisch?

Das Oracle-Modell funktioniert nur unter einer klaren Voraussetzung: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur muss nicht nur hoch bleiben, sondern schnell genug wachsen, um die aufgebauten Kapazitäten wirtschaftlich zu rechtfertigen. Kippt diese Annahme, entstehen mehrere Probleme gleichzeitig. Rechenzentren könnten nicht vollständig ausgelastet werden. Die hohen Fixkosten würden auf die Margen drücken. Der freie Cashflow geriete unter Stress. Und aus großen Auftragsbeständen würden möglicherweise erst deutlich später reale Umsätze.

Damit würde sich auch die Wahrnehmung des Marktes ändern. Solange Investoren an eine nahezu lineare Fortsetzung des KI-Booms glauben, wirken hohe Investitionen wie ein Zeichen von Stärke. Sobald Zweifel an Tempo oder Umfang der Nachfrage aufkommen, kann genau dieselbe Strategie plötzlich als überzogen oder riskant bewertet werden. Das macht Oracle derzeit zu einer klassischen Übergangsaktie. Die Story ist stark, aber sie ist stark von Annahmen abhängig. Genau das unterscheidet eine spekulative Wachstumswette von einem bereits durchfinanzierten und hochprofitablen Gewinner.


Das_Rechenzentrum_in_Abilene_im_Bundesstaat_Texas.png
*Das Rechenzentrum in Abilene im Bundesstaat Texas

Fazit: Hohe Chance – aber kein Selbstläufer

Oracle befindet sich aktuell an einem Wendepunkt. Das Unternehmen baut eine Infrastruktur auf, die enormes Potenzial bietet – aber gleichzeitig extrem kapitalintensiv und abhängig von externen Faktoren ist. Die entscheidende Frage ist nicht, ob KI wächst. Die entscheidende Frage ist: Wächst sie schnell genug, um diese Investitionen zu rechtfertigen? Genau deshalb ist Oracle aktuell keine sichere Wette, sondern eine strategische Position mit klar definiertem Risiko.

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