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TradingBrothers Blog

10.05.2026 - The Big Short 2.0: Der Artikel, der die Wall Street erschütterte

Broad Street Schild vor der New Yorker Börse mit amerikanischen Flaggen im Hintergrund und dem Text: 2028 Global Intelligence Crisis – The Big Short 2.0?

Während alle über Epstein, den Iran und den nächsten Tweet von reden, ist still und leise etwas passiert, das die Finanzmärkte der nächsten Jahre neu schreiben wird. Ein 7.000-Wörter-Essay auf Substack hat Michael Burry aufgeweckt, den Dow Jones 800 Punkte nach unten gerissen und eine Debatte ausgelöst, über die in FAZ und Spiegel bis heute kaum berichtet wird.

Das ist kein Crash-Alarm. Kein Doomer-Content. Sondern eine strukturelle Analyse, warum die nächsten zwei Jahre für Anleger, die verstehen was passiert, außergewöhnliche Chancen bieten werden.

Genau das ist im Februar 2026 passiert. Am 22. Februar veröffentlichte Citrini Research auf Substack einen Text mit dem Titel "The 2028 Global Intelligence Crisis". Kein Massenmedium berichtete groß darüber. Und trotzdem bewegte dieser Text die Märkte mehr als mancher Zinsentscheid.

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*Das Original-Paper, das alles ins Rollen brachte – veröffentlicht am 22. Februar 2026 auf Substack.

Übersetzung: Was folgt, ist ein Szenario, keine Prognose. Dies ist kein Bären-P*rno oder KI-Doomer-Fan-Fiction. Die einzige Absicht dieses Textes ist es, ein Szenario zu modellieren, das bislang kaum erforscht wurde. Unser Freund Alap Shah hat die Frage aufgeworfen, und gemeinsam haben wir die Antwort erarbeitet. Diesen Teil haben wir gemeinsam geschrieben, zwei weitere hat er alleine verfasst – ihr findet sie hier. Hoffentlich macht euch die Lektüre besser vorbereitet auf potenzielle Extremrisiken, während KI die Wirtschaft zunehmend seltsam macht. Dies ist das Citrini Research Makro-Memo vom Juni 2028, das den Verlauf und die Folgen der Global Intelligence Crisis beschreibt.

Was das Citrini Paper wirklich sagt

James Van Geelen, Gründer der größten Finanz-Newsletter-Plattform auf Substack, und Alap Shah, ehemaliger Analyst bei Citadel und Viking Global, haben kein Crash-Manifest geschrieben. Sie haben etwas Subtileres und Klügeres gemacht: Sie haben einen fiktiven Makro-Report aus dem Jahr 2028 verfasst und rückwärts erklärt, wie die Welt dahin gekommen sein könnte.

Das Kernkonzept ist das sogenannte Ghost GDP – auf Deutsch: Geister-BIP. KI macht Unternehmen produktiver. Das BIP steigt. Auf dem Papier sieht alles gut aus. Aber die Produktivitätsgewinne fließen nicht als Löhne an Arbeitnehmer, sondern als Gewinne an die Eigentümer von Rechenkapazität – Nvidia, Google, Meta. Die KI arbeitet, aber sie gibt kein Geld aus. Sie fährt nicht in den Urlaub, kauft keine Wohnung, geht nicht ins Restaurant. Und da 70% der US-Wirtschaft konsumgetrieben ist, beginnt das System zu wackeln.

Im modellierten Szenario endet das 2028 bei 10,2% Arbeitslosigkeit, einem S&P-Einbruch von 38% und einem unter Druck geratenen 13-Billionen-Dollar-Hypothekenmarkt.

Die Todesspirale

Citrini beschreibt einen Feedback-Loop, der sich selbst beschleunigt. Nicht zyklisch. Nicht korrigierbar durch Zinssenkungen. Strukturell.

Phase 1 (2026): KI ersetzt White-Collar-Jobs. Nicht die Fabrikarbeiter – die Analysten, das Middle Management, die Product Manager. Agentic Coding Tools ermöglichen es einem CIO, SaaS-Verträge über 500.000 Euro im Jahr einfach nicht zu verlängern, weil sein Team die Software selbst bauen kann.

Phase 2 (2027): Der Konsum bricht ein. Displaced Workers nehmen Jobs als Uber-Fahrer an. Qualifizierte Leute für 45.000 Euro im Jahr statt 180.000. Wer noch im Job ist, gibt weniger aus – aus Angst. Die Konsumwirtschaft beginnt zu schrumpfen.

Phase 3 (2027–2028): Die Finanzansteckung. Private Credit im Umfang von 2,5 Billionen Dollar, viel davon in PE-backed SaaS-Deals, beginnt zu defaulten. Das Modell dieser Deals basierte auf der Annahme, dass Abo-Umsätze recurring bleiben. Sie tun es nicht mehr.

Phase 4 (2028): Der Hypothekenmarkt. 780-FICO-Score-Kreditnehmer in San Francisco und Seattle werden delinquent. Nicht weil die Kredite schlecht waren, sondern weil die Welt sich nach der Unterschrift geändert hat.

Software ist erst der Anfang

Das ist der Teil, über den kaum gesprochen wird. Während alle fragen, ob SaaS-Multiples schon Boden gefunden haben, hat sich der Reflexivitäts-Loop längst in andere Sektoren ausgedehnt.

Citrini schreibt: "Software was only the opening act." Jedes Unternehmen mit einer großen White-Collar-Kostenbasis folgt derselben Logik. Nicht weil es böse ist, sondern weil es keine andere Wahl hat: Entweder KI einsetzen und Mitarbeiter entlassen, oder langsamer sterben als der Wettbewerb, der es tut.

Die am stärksten bedrohten Unternehmen werden zu den aggressivsten KI-Adoptoren. ServiceNow entlässt 15% der Belegschaft und reinvestiert die Einsparungen in genau die Technologie, die sie bedroht. Jede individuelle Entscheidung ist rational. Das kollektive Ergebnis ist katastrophal.

Michael Burry liest – und schweigt nicht

Michael Burry, der Mann der 2008 gegen den Immobilienmarkt gewettet hat und damit die Inspiration für "The Big Short" lieferte, las das Citrini Paper und postete nur einen kurzen Kommentar. Sinngemäß: Ihr denkt, ich bin bärisch – lest mal das hier.

Sein Post bekam an einem einzigen Tag zwischen 16 und 19 Millionen Views. Am nächsten Tag fiel der Dow Jones um über 800 Punkte. Nicht wegen eines Zinsentscheids. Nicht wegen Krieg. Wegen eines Substack-Artikels, den die meisten Mainstream-Medien ignorierten.

Dann kam Jack Dorsey, Gründer von Twitter und heute CEO von Block. Er gab Rekordzahlen bekannt und entließ gleichzeitig 4.000 Mitarbeiter – 40% seiner gesamten Belegschaft. Seine Aktie stieg am nächsten Tag um 20%. Wall Street klatschte. Seine Botschaft war klar: Nicht "wir müssen sparen." Sondern "wir können es uns leisten, diese Menschen nicht mehr zu beschäftigen."


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Was bedeutet das für dein Portfolio?

Citrini ist ein Gedankenexperiment, kein Orakel. Citadel Securities hat das Paper öffentlich widerlegt und argumentiert, dass die makroökonomischen Grundlagen missverstanden werden. Die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo dazwischen.

Es geht nicht darum, ob das Szenario so eintritt. Es geht darum, dass sich die Risikostruktur des Marktes gerade fundamental verschiebt – langsam genug, dass die meisten es noch nicht sehen, aber schnell genug, dass strukturiert handelnde Anleger bereits reagieren können.

Software-Aktien wie Salesforce, ServiceNow oder Intuit haben seit Oktober 2025 zwischen 28% und 45% verloren. Nicht wegen einer Rezession. Nicht wegen Zinsen. Wegen struktureller Disruption. Und nach Citrinis Modell ist das nicht das Ende dieser Bewegung.

Die Frage ist nicht ob der Wandel kommt. Die Frage ist, ob dein Portfolio für die Welt von 2028 aufgestellt ist – oder noch für die von 2022.


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Den original Artikel von Cinitri Research findest Du hier:
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